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Kommentar

Jetzt ist die Nato gefragt

Mit der vollendeten Besetzung großer Teile Nordsyriens durch die Türkei steht die Nato – und damit auch Deutschland – vor einer schweren Entscheidung: Darf man die türkische Armee während einer Aggression gegen ein anderes Land mit Rüstungslieferungen unterstützen, wie Deutschland es tut? Oder passt man sich der türkischen Position an, der Einmarsch sei ein Akt vorbeugenden Selbstschutzes gegen kurdische Staatsfeinde?

19.03.2018
  • STEFAN KEGEL

Berlin. Ein ähnlicher Akt vor knapp vier Jahren hat binnen kürzester Zeit zu einer Antwort der Nato geführt: Als russische Söldner die Ostukraine besetzten, glaubte niemand der Argumentation Moskaus, es gehe um den Schutz der Russen. Aber nun, wo es ein Verbündeter tut?

Ausgerechnet hinter Nato-Verpflichtungen versteckt sich die Bundesregierung, wenn sie das Ja zu den eigentlich eingefrorenen Rüstungslieferungen in Richtung Ankara verteidigt. Es ist der rührende Versuch, in einer Welt, die sich immer mehr von Regeln verabschiedet, ebenjene einzuhalten. Gerade deshalb wünscht man der Nato den Mut, einem Verbündeten wie Erdogan zu sagen: So nicht!

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19.03.2018, 06:00 Uhr

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