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„Jetzt müssen neue Angebote folgen“
Mit einer neuen Plakataktion wirbt Stuttgart Marketing für sein Genussjahr 2018. Foto Stuttgart Marketing
Tourismus

„Jetzt müssen neue Angebote folgen“

Marketingmanager fordert populäre Ausstellungen und Events. Die Bilanz 2017 zeigt, dass in Stuttgart erstmals die Marke von zwei Millionen Besuchern geknackt wurde.

02.03.2018
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Mehr Betten, mehr Gäste, mehr Übernachtungen – auf diese Kurzformel kann man die Tourismusbilanz 2017 von Stadt und Region Stuttgart bringen. In den vergangenen Jahren kam es nur 2009 wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu Einbrüchen. Seitdem aber kann Thomas Schwarz, Leiter der städtischen Statistik, jährlich Zuwächse melden. Das Wachstum von zwei Prozent kann jedoch nicht ganz mit dem deutschen Tourismuszuwachs von drei Prozent mithalten.

2017 wurde erstmals die Marke von zwei Millionen Gästen in Stuttgarter Beherbergungsbetrieben geknackt. 2 039 241 Besucher blieben im Schnitt knapp zwei Tage in der Stadt. Sie brachten es zusammen auf 3,78 Millionen Übernachtungen in den Hotelbetten.

30 Prozent der Buchungen stammen von ausländischen Gästen. Die meisten kommen – wie in den Vorjahren – aus den USA, gefolgt von der Schweiz, Großbritannien und den Golfstaaten. Warum aus diesen vier Ländern 2017 allerdings deutlich weniger Besucher als 2016 nach Stuttgart reisten, ist unklar und soll weiter untersucht werden, sagte Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH, die Stadt und Region vermarktet.

Attraktives Umland

Bisher war Stuttgart mit 2,2 Prozent der Motor des Tourismuswachstums. Jetzt sei es die Region Stuttgart, die mit 2,8 Prozent Wachstum an der Stadt vorbeigezogen ist – eine Besonderheit, nicht viele Städte würden über ein so attraktives Umland verfügen, sagt Dellnitz.

Von den insgesamt 56 000 Betten in der Region stehen 21 000 in Stuttgart. Innerhalb der nächsten vier Jahre seien hier weitere 4000 Betten geplant. Es müsse gelingen, dass die Auslastung bei über 50 Prozent liege, damit die Betriebe gesund blieben.

Dellnitz zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis, warnte jedoch davor, weitere Zugewinne für selbstverständlich zu halten: „Stuttgart hat in Deutschland starke Wettbewerber, die alle wachsen. Wir aber brauchen künftig deutlich mehr Gäste – sowohl Geschäftsreisende wie Städtetouristen. Die Hotels haben in Stuttgart investiert, jetzt müssen die touristischen Angebote folgen“, mahnte Dellnitz. „Wir sind zurzeit zwar oft in den Nachrichten. Aber statt der Feinstaubdebatte wäre es mir wesentlich lieber, wir würden Schlagzeilen mit großartigen Ausstellungen oder populären Events machen.“

Sowohl die Städtereisenden, die 30 Prozent der Besucher ausmachen, als auch die 70 Prozent Geschäftsreisenden kämen nicht von allein. Gerade um diese lukrative Gruppe werde in allen Städten und Gemeinden hart gekämpft. Für die Stuttgarter Geschäftsgäste bräuchte die Stadt dringend eine neue Tagungs- und Kongresshalle für 500 bis 900 Personen.

„Wir können nicht bis 2030 auf das Ende von S21 warten. Dann wird schon wieder die nächste Veranstaltungshalle benötigt“, zeigt sich Dellnitz überzeugt. „Alle, Stadt, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Stuttgart Marketing sind gefordert. Wir brauchen weitere große Projekte wie die IBA oder die Jazz Open.“ Stuttgart ist zwar bundesweit bekannt als wichtiger Wirtschaftsstandort, belegt mit seinem Image als attraktive Stadt jedoch nur einen unauffälligen Platz im Mittelfeld der 49 größten Städte. „Dabei gibt es so tolle Möglichkeiten, mit Tourismus Geld zu verdienen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass man in Stuttgart die Leute erst drauf bringen muss“, so Dellnitz. Ziel sei es, längerfristig unabhängiger von der wirtschaftlichen Konjunktur zu werden und gleichviel Geschäfts- und Städtereisende in Stuttgart zu empfangen.

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02.03.2018, 06:00 Uhr

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