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Kreis-CDU drängt auf raschen B-28-Neubau

Jetzt soll es schnell gehen

Auch wenn sich keine grundsätzlichen Straßenbau-Gegner äußerten, bot ein von der Kreis-CDU angeregtes Treffen noch viel Konfliktstoff um den B-28-Neubau.

01.06.2012
  • Mario Beisswenger

Bühl. Gut 40 Interessierte versammelte die Kreis-CDU am Mittwoch in Bühl, um sich des Themas neue B 28 anzunehmen. „Es ist Zeit, dass wir das Ding beenden“, sagte der Kreisvorsitzende Klaus Tappeser. Er setzt darauf, dass die neue Straße zwischen Rottenburg und Tübingen unter die Liste der 20 Top-Bundesstraßenprojekte kommt, die eine Chance haben, in der nächsten Zeit gebaut zu werden. Im Juni soll die vom Land erarbeitete Liste vorliegen.

Darüber, wie die Straße aussehen soll, sind sich die Vertreter der Neckartaldörfer Wurmlingen, Kiebingen, Hirschau und Bühl aber immer noch nicht einig. Es ging höflich zu bei dem Austausch vor dem Bühler Schlosssaal in Sichtweite zur geplanten Trasse, doch der Grundkonflikt blieb. Aus Kiebingen kommt der Wunsch, die Trasse zu überdeckeln. Aus Wurmlingen und Hirschau formulierten die Ortsvorsteher Hans-Dieter Bauschert und Ulrich Latus dezent Vorwürfe an die Kiebinger, die mit ihrer Petition für die Überdeckelung den Neubau verzögerten.

Es wurde etwas emotionaler, als sich nach den Ortsvorstehern auch Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) Neckartal aus den Dörfern meldeten. Für den Fall, dass der Straßenbau nicht in absehbarer Zeit beginnt, kündigte Bernhard Groß aus Wurmlingen an: „Wir befinden uns in Notwehr. Wir werden uns richtig wehren.“ Dazu werde in Zukunft nicht nur Verkehrsbehinderung durch Parken in der Ortsdurchfahrt gehören.

Das „intelligente Parken“ ist nun in Bühl etwas eingeschränkt. Von Tübingen her in der Rechtskurve vor der Bushaltestelle gilt seit Mittwoch Halteverbot. Das wurde bei einem Treffen vor zwei Wochen von Polizei, Tübinger Ordnungsamt und Bühler BI so abgesprochen, berichtete der Bühler Ortsvorsteher Gerhard Neth. Für Ingo Junger vom Bühler Teil der Neckartal-Initiative kein Problem. „Das heißt ja, dass auf 85 Prozent der Durchfahrt geparkt werden darf.“

Trotz Straßenausbau Platz für die Bahn

Volkmar Raidt, Kiebinger Ortschaftsrat und Rottenburger Stadtrat, stellte den ganzen Druck zum schnellen Straßenbau infrage. „Es wird eine Straße gebaut, die den Verkehr nicht fassen kann“, ist seine Einschätzung. Es werde noch massenhaft Schleichverkehr durch die Orte geben. In dem Zusammenhang stellte Rottenburgs OB Stephan Neher in Aussicht, dass sein Gemeinderat Mittel für einen Rückbau der Ortsdurchfahrten bewilligen werde: „Auch bei enger Kassenlage.“

Der Bühler Hans-Ulrich Braun, Teil der Interessengemeinschaft Lärmschutz des Ortes, brachte die neuerlichen Bahnpläne ins Spiel, Fernzüge über Tübingen zum zukünftigen Stuttgarter Flughafenbahnhof zu schicken. Dazu müsste die Strecke zweigleisig werden. Entlang der Gleise soll aber auch die B 28 neu verlaufen. „Ich seh’ dafür keinen Platz.“ Die CDU-Vertreter, gerade frisch informiert vom Regierungspräsidium, brachten die Auskunft mit, dass trotz B 28 neu Platz für die Bahn bleibt. „Das müsste möglich sein“, sagte Neher – schon wegen der Stadtbahnpläne.

Nach dem öffentlichen Teil beriet der CDU-Kreisverband noch intern über den Straßenbau. Seine in einer Pressemitteilung zusammengefassten Forderungen: Die B 28 neu soll auf die Prioritätenliste des Landes, das in Berlin anhängige Petitionsverfahren der Kiebinger noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden. Und alle sollten sich für einen schnellen Bau der Straße einsetzen.

Jetzt soll es schnell gehen
Bühls Ortsvorsteher Gerhard Neth (zweiter von links, neben ihm der CDU-Kreisvorsitzende Klaus Tappeser) erläuterte bei dem Treffen am Mittwoch vor dem Bühler Schlossaal den Planungsstand der B28 neu. Bilder: Sommer

Jetzt soll es schnell gehen
In der Rechtskurve vor der Bushaltestelle gilt auf der Bühler Ortsdurchfaht in Richtung Rottenburg neuerdings absolutes Halteverbot.

Seit 1954 laufen Planungen für die Verkehrsführung durchs Neckartal. Die Landesstraßen von Tübingen über Bühl und Hirschau nach Rottenburg werden nach und nach verbreitert.
1970 wird die vierspurig als Stadtautobahn ausgebaute B 28 zwischen Tübingen und Reutlingen freigegeben.
1988 stimmte nach den Neckartal-Stadtteilen auch der Tübinger Gemeinderat einer Trasse entlang der Bahn zu.
1993 leitet das Regierungspräsidium das Planfeststellungsverfahren für die B 28 neu ein, das Beratungskarussell drehte sich erneut. Bis heute stöhnen die Neckartal-Ortschaften unter der stetig wachsenden Verkehrsbelastung.

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01.06.2012, 12:00 Uhr

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