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Austritt erklärt

Joachim Starbatty gehört nicht mehr zur AfD

Das Gastspiel des Tübinger Emeritus Prof. Joachim Starbatty in der AfD ist Geschichte: Der Europaabgeordnete hat mit Datum vom 14. Juli gegenüber der Landesgeschäftsstelle der Partei seinen Austritt erklärt.

16.07.2015

Tübingen. Der Wirtschaftsprofessor hatte diesen Schritt bereits unmittelbar nach dem Essener Parteitag der AfD angekündigt (wir berichteten). Jetzt setzte Joachim Starbatty sein Vorhaben in die Tat um. „Ich bedauere das außerordentlich“, heißt es in dem Schreiben des 75-Jährigen. Seine knapp zweieinhalb Jahre in der Partei seien „reich an ermutigenden Begegnungen und Erlebnissen“ gewesen. Er habe etwa bei seinen Vorträgen und Wahlkampfveranstaltungen oder im Bundesfachausschuss „Wohlstand für alle“ Menschen kennengelernt, „die wirklich für die Politik gelebt haben – mit Engagement, Sachverstand und Mut“.

Der Verlauf des AfD-Parteitags in Essen habe jedoch gezeigt, „dass sich die AfD in eine Richtung entwickelt, die ich nicht mehr mittragen kann“, heißt es weiter. Allen, die sich weiter in der AfD engagieren, wünsche er persönlich alles Gute, so Joachim Starbatty.

Der Volkswirtschaftler, der mehr als zwei Jahrzehnte der CDU angehörte, beteiligte sich mit seinem Engagement für die AfD zum zweiten Mal am Versuch, eine nationalliberale Partei zu etablieren. 1994 war er Mitglied, stellvertretender Bundesvorsitzender und Europakandidat des Bunds freier Bürger (BfB). Manfred Brunner, ehemaliger FDP-Landesvorsitzender von Bayern, hatte die umstrittene Partei gegründet. Sie orientierte sich zunehmend an Jörg Haiders FPÖ. Es gab sie bis 2000.

Wie am Montag berichtet, sind – einschließlich Starbatty – acht der zehn Mitglieder des Tübinger AfD-Kreisvorstands zurückgetreten. Die Jungen Europäer Tübingen (JEF) begrüßen diesen Schritt. Das teilten sie gestern mit. Er komme aber zu spät. „Die AfD steht für uns schon seit langem für Fremdenfeindlichkeit. Offensichtlich merken die Vorstandsmitglieder Horst Speichert, Klaus-Dieter Kurt und Joachim Starbatty erst jetzt, dass sie in einer Partei sind, die sich gegen das Gemeinwohl richtet.“, sagt der stellvertretende JEF-Kreisvorsitzende Simeon Dannheim.

„Mehr Demokratie und ein besseres Europa“ seien mit der AfD nicht vereinbar. Daher sei es kein Wunder, „dass die AfD nicht nur bundesweit, sondern auch hier in Tübingen zerfällt.“ Die Jungen Europäischen Föderalisten sind eine überparteiliche Bewegung, die sich seit 1949 für ein vereintes Europa einsetzt. ran

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16.07.2015, 12:00 Uhr

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