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Literatur

Jonassons neuer Roman ist auch inhaltlich dünner

Skurrile Figuren, Drogenmissbrauch, Mord und Totschlag - Jonas Jonasson greift wieder in die Vollen. Der erfolgsverwöhnte Autor hat seine Nummer drei vorgelegt: Nach dem Riesenerfolg mit seinem Debütroman "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" und "Die Analphabetin, die rechnen konnte", erscheint nun "Mörder Anders und seine Freunde" auf Deutsch.

14.04.2016
  • ANDREAS HEIMANN, DPA

Der schwedische Schriftsteller (54) bleibt sich treu: ausgefallene Ideen, Lust am Fabulieren und die Regel, dass der Fantasie keine Fesseln angelegt werden dürfen. All das gilt für den dritten Roman ebenso wie für die vorherigen, die gerade hierzulande erfolgreich waren.

Der dritte Roman ist der dünnste - mit Blick auf den Umfang, vielleicht aber auch sonst. Vor allem aber hat er keine Hauptfigur, der die Sympathien der Leser zufliegen: Johan Andersson, Mörder-Anders genannt, ungebildet und mit einem Hang zur gedankenlosen Gewalttätigkeit, kommt dafür nicht infrage.

Per Persson auch nicht. Beruflich Fuß gefasst hat er als Mitarbeiter eines Bordells, zuständig dafür, dass jeder Kunde bekommt, was er wünscht, aber der Zeitplan eingehalten wird. Als sein Arbeitgeber das Bordell in ein Hotel umwandelt, wird er Rezeptionist und lernt so Mörder-Anders kennen, der sich dort ein Zimmer nimmt.

Der hat ebenfalls kein leichtes Leben hinter sich. Schon mit 20 kommt er hinter Gitter, weil er einen Dealer mit der Axt ermordet hat. Kaum ist er frei, erschießt er sein nächstes Opfer und landet wieder im Knast. Als er in der schmuddeligen Pension einzieht, sieht es nicht so aus, als wende sich nun alles zum Guten.

Per Persson seinerseits hat gerade Johanna Kjellander getroffen, eine Pfarrerin, die bald zu seiner Partnerin wird. Sie stammt aus einer Pastorenfamilie, glaubt aber nicht an Gott. Persson und Mörder-Anders kommen ihr gerade recht. Das Trio etabliert sich erfolgreich in der Körperverletzungsbranche: In erster Linie geht es darum, säumige Zahler durch Gewalt dazu zu bringen, ihre Schulden zu begleichen.

Für Arm- oder Beinbrüche ist Mörder-Anders zuständig. Persson und die Pfarrerin verhandeln mit den Auftraggebern. Und so hätte es immer weitergehen können, aber Mörder-Anders will aus religiösen Gründen plötzlich ein anderer Mensch werden. Persson und die Pfarrerin holen zwar noch Aufträge ein und lassen sich dafür bezahlen, doch Anders verweigert die Gegenleistung. Und so haben sie bald eine Menge geprellter Auftraggeber aus der Stockholmer Unterwelt gegen sich. Dass Mörder-Anders seine eigene Kirche gründet, kann die Kriminellen nicht beeindrucken. Für sie ist das Ganze ohnehin nur eine andere Möglichkeit zum Geldverdienen.

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14.04.2016, 06:00 Uhr

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