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Juan Carlos und seine Ferraris
Ex-König Juan Carlos liebt starke Motoren. Foto: dpa

Juan Carlos und seine Ferraris

Der spanische Staat möchte gern zwei Sportwagen loswerden, die der Herrscher von Dubai einst König Juan Carlos schenkte. Doch keiner will sie.

27.11.2015
  • MARTIN DAHMS

Madrid. "Wie wär s denn, wenn man sie verkaufte und mit dem Geld etwas Sinnvolles anstellte?", fragte sich eine Leserin von El País, als die Zeitung im Juni 2012 erstmals über zwei Ferraris des damaligen spanischen Königs Juan Carlos berichtete. Er hatte die Sportwagen ein gutes halbes Jahr zuvor vom Herrscher Dubais und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Muhammad bin Raschid Al Maktum, geschenkt bekommen - und wusste nicht so recht, was tun mit ihnen.

In Dubai werden die Ferraris vom Typ FF - 660 PS, zwölf Zylinder, Allradantrieb, vier Sitze - werbewirksam als Streifenwagen eingesetzt. Das kam in Spanien nicht in Frage. Also blieben die Autos, die Ende 2011 nach Madrid geflogen worden waren, in einer Garage nahe der Königsresidenz und setzten Patina an. Diesen Monat versuchte sie der Staat zugunsten des Fiskus für insgesamt 695 000 Euro zu verkaufen. Vergeblich.

Am besten wäre es wohl gewesen, Juan Carlos hätte auf das Geschenk höflich verzichtet. Aber der alte Monarch hat nun mal eine Schwäche für starke Motoren: Im November 2011 war er, noch rekonvaleszent von einer Achillessehnenoperation, nach Abu Dhabi gereist, um ein Formel-1-Rennen zu sehen. Neben der Rennstrecke hatte Ferrari ein Jahr zuvor einen Themenpark eröffnet: "Ferrari World". Und dort bekam Juan Carlos den eben erst auf den Markt gekommenen Viersitzer FF vorgeführt. Vermutlich war es Liebe auf den ersten Blick. Sein Gastgeber Scheich Muhammad sah das Glitzern in den königlichen Augen - und schenkte Juan Carlos das Auto gleich doppelt, einmal schwarz, einmal silbern.

Der zweite Wagen war wahrscheinlich für seine Begleiterin gedacht, Corinna zu Sayn-Wittgenstein, die damals häufiger an der Seite des Monarchen zu sehen war als Königin Sofía.

Viel gefahren sind die beiden nicht mit ihren Flitzern. Gerade einmal 763 Kilometer stehen auf dem Tacho des silbernen Modells, das allerdings unterwegs zwei Kratzer abbekommen hat. Deswegen war es bei der Versteigerung in diesem Monat schon für ein Mindestgebot von 345 000 Euro zu haben - 5000 Euro weniger als für sein schwarzes Pendant. So viel wollte aber niemand bezahlen. Die Autos gehören immer noch dem spanischen Staat, dem sie Juan Carlos bald nach ihrer Landung in Madrid vermacht hatte.

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27.11.2015, 08:30 Uhr

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