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Kirchentellinsfurt: Vom Bahnhof zum Haltepunkt

Jubiläumsschau über die Strecke Reutlingen-Rottenburg

Seit 150 Jahren halten Züge in Kirchentellinsfurt. Zum Jubiläum gibt es jetzt im Schlossmuseum auch die Originaluniform des letzten Stationsvorstehers zu sehen.

01.09.2011
  • Mario Beisswenger

Kirchentellinsfurt. Der erste Fahrplan für die Zugverbindung nach Reutlingen, die Meldung über den Unfalltod des ersten Streckenwärters Christoph Ott, Bilder vom Bahnhof und den Dampfloks: All das versammelt eine Ausstellung des ehrenamtlichen Arbeitskreises im Schlossmuseum. „Bei 150 Jahren Eisenbahn wollten wir auch unabhängig von den Anderen etwas machen“, sagt Dieter Sommerey. Er organisierte die Schau „150 Jahre Neckarbahn Reutlingen-Rottenburg“ zusammen mit seinem Sohn Kai und Peter Maier.

Am eindrücklichsten dabei ist vielleicht die Uniform von Josef Leichtle. „Die lag schon im Altkleidersack“, sagt Dieter Sommerey, der sich mit dem 87-Jährigen unterhalten hat. Leichtle war der letzte Stationsvorsteher im Bahnhof. Seine Uniform inklusive der roten Mütze, die er zum Abfertigen der Züge aufsetzte, erinnert an die große Zeit des Bahnverkehrs.

Dass sich Württemberg den Bau der Bahnstrecke von Plochingen erst nach Reutlingen und später dann nach Tübingen und Horb überhaupt leistete, wundert Kai Sommerey. „Es ging lange darum, ob sich ein kleines Land, ein Agrar-Staat, das leisten konnte.“ Am 12. Oktober 1861 war es dann aber so weit. Im „Reiseanzug“, das war die gewünschte Garderobe, wurde die Bahnverbindung gefeiert, vom 15. Oktober an verkehrten die Züge.

Auf der Strecke Reutlingen-Tübingen war die Lokomotive „Enz“ mit ihren Waggons eine gute halbe Stunde unterwegs. Von dieser ersten Lok haben die Ausstellungsmacher, die unter anderem von Nachbarn aus Wannweil und dem Nehrener Bahnkenner Hermann Dobler unterstützt wurden, kein Bild gefunden. Dafür zeigen sie aber andere Züge bis hin zum Intercity Loreley, die am Bahnhof hielten oder am heutigen Haltepunkt vorbeirauschen.

Jubiläumsschau über die Strecke Reutlingen-Rottenburg
Seit 1905 hat die Bahnstrecke bei Kirchentellinsfurt ein zweites Gleis und damit auch eine Eisenbahnbrücke für die Straße nach Kusterdingen. Von dort hat etwa 1912 ein unbekannter Fotograf das Bild gemacht mit der Fabrik von Carl Schirm und der gerade bebauten Neuen Steige im Hintergrund.

Ein Gleisplan erinnert an die früher drei Gleise samt Rangierfläche und Verladeportal für die Güter, die von Kirchentellinsfurt aus auf Bahnreise gingen. Ein Plakat aus den 1960er Jahren zählt beispielhaft die Sperrgüter von Damenbinden bis Segelboot auf. Ein Schild, dass Ausspucken untersagt, gehört dazu und beschwört die frühe Form der Bahnmobilität.

Info: Am Sonntag, 4. September, 11 Uhr, eröffnet Bürgermeister Bernhard Knauss die Ausstellung. Sie ist dann zu den Öffnungszeiten des Schlossmuseums (sonntags 14 bis 17 Uhr) zu sehen. Beim Eisenbahnfest am 11. September wird es auch in Kirchentellinsfurt am Bahnhof Programm geben. Einen Vortrag zu 150 Jahren Neckarbahn Reutlingen-Rottenburg hält am 12. Oktober Peter Maier.

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01.09.2011, 12:00 Uhr

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