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Vier Tübinger öffnen eine Tür zu ihrer Welt

Jürgen Suhr, Ulrich Metz, Jochen Laun und Cord Soehlke eröffneten ihre Foto-Ausstellung

Was machen die Kulturbürgermeisterin, der Baubürgermeister, der Klinikchef, viele Gemeinderäte und Ulms Baubürgermeister an einem sonnigen Samstagmorgen? Sie wollen zusammen mit zahlreichen weiteren Gästen sehen, was vier ganz unterschiedliche Typen mit ihrer großen Liebe anstellen – der Kamera.

30.01.2017
  • Nina Kwiatkowski

Die Ausstellungseröffnung von Ulrich Metz, Cord Soehlke, Jochen Laun und Jürgen Suhr ist „ein samstagmorgendliches Stelldichein der „Hautevolee Tübingens“, wie Kulturbürgermeisterin Christine Arbogast bei ihrer Begrüßung grinsend feststellte. Die Kulturhalle in der Nonnengasse war brechend voll.

Sekt, Selters und gute Bilder sind eben ein guter Start in den Tag. Und wenn vier interessante Tübinger ein Türchen zu ihrer Welt öffnen, gucken viele Augen hin – ganz besonders wenn einer davon der Baubürgermeister ist. „Ich fotografiere vor allem im Urlaub“, sagte Cord Soehlke. Deshalb sieht man auf seinen Bildern auch wenig Tübingen, dafür umso mehr Amerika oder Italien – und zwar gut fotografiert. Mit einem Blick für schöne Unscheinbarkeiten, mit gekonntem Spiel zwischen Licht und Schatten und mit Liebe zum Detail fanden seine Bilder an diesem Morgen viele Fans. „Wir werden nachdrucken müssen“, freute sich Soehlke über seine gelungene Premiere als Fotokünstler.

Einen ganz anderen, wahrlich künstlerischen Blickwinkel zeigt der Initiator der Ausstellung. Auf den Bildern von Ulrich Metz schrauben sich die Motive strudelförmig vor den Augen, dass man unweigerlich den Kopf zur Seite neigt. Der Zeitungsfotograf fasst seine Bilder an den Ecken zylinderförmig zusammen und lässt ganz neue Perspektiven und Blickwinkel entstehen. So werden typische Tübinger Szenen wie die eines Stocherkahns zum abgefahrenen Erlebnis.

Metz ist der einzige Beruffotograf des Quartetts und hatte die Idee zur Ausstellung. „Vor gut einem Jahr bat mich Cord Soehlke darum, mal einen Blick auf seine Fotos zu werfen – und die waren einfach gut“, erzählte er. Soehlke und Metz holten Jürgen Suhr mit ins Boot. Wenn der Zimmermann nicht gerade in seiner Werkstatt im Französischen Viertel werkelt, sitzt er mit seiner Kamera vor Spinnennetzen und Altpapierstapeln. Ohne viel Schnickschnack, dafür aufregend nah, hochauflösend und bis ins Detail gestochen scharf eröffnen seine Werke einen Blick in eine andere Welt. Wer hätte gedacht, dass Regentropfen auf einem Spinnennetz so ästhetisch sein können?

„Spinnennetze fotografiere ich schon lange und immer wieder“, sagte Suhr, für den das Fotografieren ein Lebenshobby ist. Nur als seine Kinder kleiner waren, legte er eine Pause ein. Seit sie aus dem Haus sind, knipst er dafür wieder umso mehr – nämlich mit ihnen zusammen.

Auch für den vierten im Bunde ist die Kamera Lebensbegleiterin. „Meine Eltern hatten ein Fotogeschäft, ich bin quasi mit Kameras aufgewachsen“, so Jürgen Laun. Beruflich hat er sich zwar für etwas anderes entschieden, die Kamera begleitet ihn aber überall mit hin. Scheinbar schnöde Betonfassaden und schnörkelloser Industriecharme haben es ihm angetan. So werden Baumarkt- oder Supermarktfassaden zu ausdrucksstarken Fotomotiven, ineinander geschobene Einkaufswägen zum echten Hingucker. „Ich bin Jäger, die Augen immer auf Motivsuche“, sagte Laun. Dabei zeigt der Hobbyfotograf auch einen gekonnten Blick für Menschen. Ein Foto von einem Bettler unter einem Prada-Werbeschriftzug etwa ist ein gelungener Beweis dafür.

Ob es nun die Jagd nach seltenen Motiven, das Festhalten eines besonderen Moments, der Spaß am Perspektivenspiel oder die Ästhetik der Natur ist: Metz, Soehlke, Suhr und Laun lassen in ihrer Ausstellung mithilfe der Kamera in ihre Welt blicken, zeigen viele verschiedene Blickwinkel von vier ganz unterschiedlichen Typen – die sicher nicht nur der Hautevolee Spaß machen.

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30.01.2017, 01:00 Uhr

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