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„Die wollten uns loswerden“

Jugendfußball: Wolfgang Ottmar und Christoph Graf äußern sich zu ihrem Aus als Bezirksinstruktoren

Wolfgang Ottmar und Christoph Graf blieb fast die Spucke weg, als sie am Samstag die Zeitung lasen: Sie seien keine Instruktoren und Förderkadertrainer des hiesigen Fußball-Bezirks mehr, weil – so hieß es auf der jüngsten Bezirkssitzung – beide die Qualifikation dazu nicht hätten. „Die wollten uns loswerden. Das ist der Grund“, sagen die beiden.

30.06.2015
  • Uli Bernhard

Horb.Einmal in Fahrt kann sich Ottmar auch nicht mehr bremsen: „Das ist eine Frechheit, sowas zu behaupten“, wettert er. Grund dafür, dass er und Graf seit Mai nicht mehr im Bezirk tätig sein können, sei vielmehr die Tatsache, dass man möglicherweise zu unbequem für den Bezirksvorstand sei. „Wir sagen halt ab und zu auch unsere Meinung und passen damit nicht in die nach außen dargestellte Friede-Freude-Eierkuchen-Atmosphäre“, legt Graf nach.

Weil vonseiten des Bezirksvorstandes bisher keiner mit ihm und Graf gesprochen habe, wüssten sie auch nicht, wieso es zum Bruch gekommen ist. „Es gibt keinen plausiblen Grund, wieso wir weg mussten“, sagt Ottmar, der enttäuscht ist, dass er über Dritte und aus der Zeitung von der Demission erfahren habe. Die mangelnde Qualifikation könne man jedenfalls so nicht stehen lassen: Ottmar und Graf sind beide im Besitz der neuen DFB-C-Lizenz, mit der man auch aktive Mannschaften bis zur Kreisliga A trainieren darf.

Bedingt durch eine Neu- und Umstrukturierung im WFV ist die Latte für Förderkadertrainer und Instruktoren nach oben gelegt worden. Ottmar und Graf hätten die B-Lizenz machen müssen, um sich die gewünschte Qualifikation anzueignen. „B-Lizenz mit 52 Jahren? Das schaffst du doch nie mehr“, sagt Ottmar und fügt mit sarkastischem Unterton an: „Wenn das ginge, dann könnten wir mindestens noch Bezirksliga spielen.“

Graf und Ottmar hätten bisher alle erforderlichen Schulungen und Lizenzen erworben und deshalb eine Art Bestandsschutz vom Verband erhalten. „Wir hätten problemlos im Mädchenbereich weitermachen können, wenn der Bezirk uns nominiert hätte“, sagt Ottmar. Weil das jedoch nicht passierte, habe der Bezirk Nördlicher Schwarzwald „freiwillig und ohne Not zwei Förderkader-Trainerplätze hergeschenkt“, sagt Ottmar.

Die beiden berichten von frustrierten Eltern, die persönlich, per Telefon oder per E-Mail auch bei den Verantwortlichen im Bezirk den Unmut über die Degradierung zum Ausdruck gebracht hätten. Ottmar zählt dann auf, was in seiner Zeit alles gelaufen ist („Und zwar sehr gut“) und nennt eine ganze Reihe von Veranstaltung und Initiativen, die allesamt einen großen Zulauf gehabt hätten. Die positive Resonanz aus allen Vereinen würde das deutlich unterstreichen. Alleine bei der letzten Trainerschulung in Glatten seien nochmals über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen.

Insofern sei das abrupte Ende „ohne erklärbare Gründe seitens des Bezirks“ (Ottmar) nicht nachvollziehbar. „Es ist schade, wenn Persönliches mit dem Bezirksausschuss im Vordergrund steht und man nicht bereit ist, mögliche Differenzen zum Wohle des Sports unterzuordnen“, sagt Ottmar. „Aber wahrscheinlich waren wir halt zu unbequem oder manche fühlten sich von zu vielen Ideen oder einem zu hohen Tempo von uns überfordert.“

Für Ottmar und Graf war es trotz allem eine sehr schöne Zeit, in der sie auch viele Freundschaften geschlossen haben. Beide richten den Blick nun nach vorn und widmen sich den Aufgaben in ihren Vereinen als Jugendkoordinator der SGM Vöhringen (Ottmar) beziehungsweise als Jugendtrainer des SV Gündringen (Graf).

Jugendfußball: Wolfgang Ottmar und Christoph Graf äußern sich zu ihrem Aus als
„Wir sagen halt ab und zu auch unsere Meinung und passen damit nicht in die nach außen dargestellte Friede-Freude-Eierkuchen-Atmosphäre“: Die scheidenden Fußball-Bezirksinstruktoren (von links) Christoph Graf und Wolfgang Ottmar sind sauer. Auf dem Bild sind sie gemeinsam mit Oliver Dürr zu sehen, der – wie bereits gestern gemeldet – aus zeitlichen Gründen nicht mehr als Instruktor weitermacht.Privatbild

Bezirksjugendleiter Robert Schwarz weist den Vorwurf entschieden zurück, dass er oder sein Gremium maßgeblich daran gerüttelt hätten, dass der so genannte Bestandsschutz für die Instruktoren und Förderkadertrainer Wolfgang Ottmar und Christoph Graf aufgehoben wird. „Über mir gibt es noch den Bezirksvorstand und da drüber noch den Württembergischen Fußballverband“, sagt Schwarz. Und beim WFV in Stuttgart habe man ihm nahegelegt, Ottmar und Graf „nicht weiter zu nominieren“. Wenn die beiden vom Bezirk weiter für ihre Funktionen nominiert worden wären, dann hätten sie sich einer neuerlichen Schulung und Prüfung stellen müssen, und dort, sagt Schwarz, „ganz schlechte Karten gehabt“.ube

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30.06.2015, 12:00 Uhr

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