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Das Mittwochs-Interview

Jugendkoordinator Digeser über die Situation beim TuS Ergenzingen

Die Jugendabteilung des TuS Ergenzingen ist nach dem Höhenflug mit den B-Junioren in der Fußball-Bundesliga in den vergangenen Monaten böse abgestürzt. Seit einem Jahr ist Jürgen Digeser nun Jugendkoordinator des Vereins. Seitdem er das Sagen hat, geht es mit den Jugendmannschaften wieder aufwärts. Im Interview spricht Digeser über die Situation im Klub und über die Ziele des TuS Ergenzingen.

20.06.2012

SÜDWEST PRESSE: Herr Digeser, nach dem vergangenen Albtraumjahr mit den Abstiegen der B-Junioren aus der Oberliga und den A-Junioren aus der Verbandsstaffel ist der Abwärtstrend gestoppt. Wie haben Sie das geschafft?

Jugendkoordinator Digeser über die Situation beim TuS Ergenzingen
Jugendkoordinator Jürgen Digeser vom TuS Ergenzingen: „Wir haben einen guten Ruf im Umkreis“

JÜRGEN DIGESER: So einen Abwärtstrend können Sie nur durch ein funktionierendes Team stoppen und da meine ich ausdrücklich nicht nur die Jugendleitung mit Volker Herold, Gerald Dettling und mir. Sondern in erster Linie die Trainer, Spieler und deren Eltern. Wie Sie wissen, haben wir vor der Saison alle Trainer von den C-Junioren bis zu den A-Junioren neu besetzt. Dabei waren nur Rainer Sabitzer und Paco García bisher feste Größen im TuS-Trainerteam. Die Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung, die von den Bambini bis zu den A-Junioren im Trainerteam entstanden ist, kann ich nur als sensationell bezeichnen, und sie ist sicherlich einer der Erfolgsfaktoren. Das ist für mich die Keimzelle des Erfolgs. Denn in einem intakten Umfeld fühlen sich dann auch die Spieler und deren Eltern gut aufgehoben und identifizieren sich mit dem Verein und unterstützen diesen.

Die A-Junioren sind nun in der Bezirksstaffel ungeschlagen geblieben und haben nach einem 0:0 gegen Pfullingen am kommenden Wochenende die Möglichkeit, in die Verbandsstaffel zurückzukehren. Wie sehen Sie die Chancen? Immerhin muss das Team nun auswärts ran.

Die Chancen sind wie vor dem ersten Spiel immer noch 50:50. Noch ist nichts passiert. Doch eines ist schon sicher, die Favoritenrolle liegt jetzt nach dem starken Auftritt im Hinspiel sicher bei den Pfullingern. Doch wir erleben es ja gerade bei der EM, nicht immer hat der Favorit unbedingt das bessere Ende für sich. Wir werden aber auf keinen Fall den Fehler machen, die Spieler und das Trainerteam unter Druck setzten. Diese Saison bleibt für die A-Junioren eine sehr erfolgreiche, egal wie das Rückspiel ausgeht.

Bei einem Scheitern haben die A-Juniorentrainer Jorge Carmo und Paco García ihre Rücktritte angekündigt. Wie sieht Ihr Plan B dann aus?

Die Fragestellung gefällt mir so nicht. Hier kann man nicht von Scheitern und Rücktritt reden. Die beiden haben eine erfolgreiche Saison hinter sich und einen Aufwand mit dem Team betrieben, der Verbandsliganiveau hat. Nachdem Jorge Carmo im Herbst die Arbeitsstelle wechseln wird, hat er mich schon im April informiert, dass er für die neue Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Bei Paco García war dann klar, dass er sein Engagement von Jorge Carmos Entscheidung abhängig macht. Ich habe dann die beiden überzeugen können, im Falle des Aufstiegs noch eine Saison dranzuhängen, um die Früchte ihres Erfolgs selbst zu ernten. Am Plan B arbeiten wir noch.

Wie kann ich das verstehen?

Sie benötigen als Teilnehmer an den Aufstiegsspielen immer einen Plan B. Nicht nur, was die Trainerbesetzung angeht, hier sind wir in der Tat nicht nur in Gesprächen mit Trainern, sondern auch mit Spielern. Es ist doch klar, dass einige unserer Spieler warten, wohin die Reise gehen wird. Soll heißen, im Falle eines Aufstiegs werden wir sicher viele Spieler halten können. Wie es bei einem weiteren Jahr in der Bezirksstaffel aussieht, kann ich Ihnen heute noch nicht beantworten. Deshalb werden wir unabhängig vom Ausgang des Aufstiegsspiels am kommenden Montag um 19 Uhr ein Sichtungstraining anbieten. Zu diesem Training laden wir alle talentierten Spieler der Jahrgänge 1994 und 1995 ein. Interessenten können sich schon im Vorfeld bei mir unter u14-u19@tusergenzingen.de melden.

Kommen wir zum einstigen Aushängeschild der Jugendabteilung: Die B-Junioren haben sich in der Verbandsstaffel mit Platz 5 gut platziert. Wohin geht der Weg der Mannschaft?

In der Tat haben Ralf Frank und Patrick Stiller hier ausgezeichnete Arbeit geleistet. Nicht nur der Tabellenplatz, sondern auch die Weiterentwicklung einzelner Spieler ist sehr gut gelungen. Hier bin ich sehr optimistisch, dass wir in der nächsten Saison wieder ein gutes Team haben werden. Das neue Trainerteam Marcus Muhr und Sercan Yildirim kann auf den Stamm der letztjährigen B1, B2 und C1 zurückgreifen, und sie haben sich auf einigen Positionen punktuell noch mit guten Spielern verstärken können.

Ist die Oberliga irgendwann mal wieder ein Thema?

Ja sicher, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Nein, ganz im Ernst, das ist doch im Jugendbereich bei einem Verein unsere Größe und mit unseren Strukturen überhaupt nicht planbar.

Legen Sie bei den B-Junioren eigentlich Wert auf den eigenen Nachwuchs? Oder wird der Kader immer noch mit Spielern aus dem Umkreis verstärkt?

Das ist eine gute Frage, bei der meine Antwort in der Tat anders ausfällt, als noch im vergangen Jahr.

Warum?

Weil ich in dieser Saison gelernt habe, dass hierzu immer zwei Parteien gehören. Der Verein, der das Konzept hat, auf eigene Spieler zu setzen, aber natürlich müssen die eigenen Spieler dies auch wollen. Dies bedeutet, die Lust, die Zeit und den Willen zu haben, im Leistungsbereich Fußball zu spielen. Der Aufwand mit drei Trainingseinheiten und einem Spieltag ist hier nicht zu unterschätzen. Leider haben wir in der letzten Saison und jetzt auch wieder bei den Planungen für die neue Saison hier Absagen von durchaus talentierten, eigenen Spielern erhalten. Das ist natürlich bedauerlich. Es gibt dann nur die Alternative, Spieler aus der Umgebung zu holen. Hier haben wir zurzeit vor allem auch im angrenzenden Landkreis Böblingen einen sehr guten Ruf.

Sie haben vor einem Jahr den Posten des Jugendkoordinators übernommen. Wie sieht Ihre Aufgabe im Verein eigentlich genau aus?

Ich bin Ansprechpartner der Jugendtrainer in allen sportlichen und organisatorischen Fragen. Die Hauptarbeit ist jetzt bei den Vorbereitungen auf die neue Saison. Wenn die Runde beginnt, trete ich dann vor allem bei den sportlichen Belangen in den Hintergrund. Da haben die Trainer dann die alleinige Verantwortung. Daneben bilde ich zusammen mit Volker Herold und Gerald Dettling die Jugendleitung. Hier organisieren wir zugunsten des TuS-Jugendfußballes eine Veranstaltung mit dem SWR 3-Comedian Christoph Sonntag, der im September mit seinem Programm „AZNZ“ in der Breitwiesenhalle auftreten wird.

In welche Ligen wollen Sie mit Ihren Jugendmannschaften kommen?

Wenn wir mit den A-Junioren aufsteigen, sind wir dort angekommen, wo wir hinwollen. A- und B1-Junioren in der Verbandsstaffel, B2-Junioren in der Bezirksstaffel, C1-Junioren in der Landesstaffel. Doch die Ligazugehörigkeit ist das eine, wichtig ist auch, wie viele dieser Spieler dann in den Aktivenbereich gehen. Hier kann sich die Quote mit fünf Spielern in diesem Jahr durchaus sehen lassen.

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20.06.2012, 12:00 Uhr

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