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„Zwischenzeitlich haben alle verstanden“

Jugendleiter Klaus Schmollinger spricht über seine Arbeit

Er ist so etwas wie der Vater aller Fußballer im Raum Ahldorf-Mühlen, Dettensee und Starzach: Klaus Schmollinger hat das Erbe des 2005 verstorbenen Gesamtjugendleiters Richard Hertkorn angetreten und betreut seither die Jugend der kooperierenden Vereine. Dabei hält er’s mit Goethe, wie er im SÜDWEST PRESSE-Interview verrät: „Nicht nur denken und handeln, sondern auch tun“, sei einer seiner Leitsätze.

03.09.2010

Ahldorf-Mühlen. In seinem Geburtsort Eutingen „groß“ geworden, hat Klaus Schmollinger als einer von vier Brüdern in der Bezirksliga gespielt und dabei nicht nur seinem Vater (und SVE-Vorsitzenden) Freude bereitet: Als er 1985 seine Sonja geheiratet hat und nach Ahldorf gezogen ist, hat er sich fußballerisch zunächst dem FV Ahldorf, später der SG Ahldorf-Mühlen und schlussendlich der Jugendarbeit der JSG Ahldorf-Mühlen/Dettensee/Starzach gewidmet. Beim Spiel am Sonntag zwischen der SG Ahldorf-Mühlen gegen SV Wachendorf sind 14 Spieler dabei, die Schmollinger als Jugendspieler unter sich hatte.

SÜDWEST-PRESSE: Herr Schmollinger, wie sind Sie zum Fußball gekommen?

KLAUS SCHMOLLINGER: Mein Vater war mein großes Vorbild, was das Vereinsgeschäft angeht. Er war 13 Jahre Vorstand des SV Eutingen und natürlich sehr stolz, vier Söhne in der damaligen Bezirksliga zu haben. Jugendarbeit betreibe ich schon seit 1978, als ich mit Kurt Dettinger recht erfolgreich in Eutingen die C-und später die B-Jugend trainiert habe. Damals wuchs zum Beispiel der heutige Vorsitzende des FC Göttelfingen, Klaus Flaig, aus unserer Jugendarbeit hervor. Schon damals gab es indirekt Jugendspielgemeinschaften. 1985 habe ich mich dann dem FV Ahldorf angeschlossen. Karl Seifried und Wolfgang Hank haben mich sofort angesprochen und die Integration nach Ahldorf vorangetrieben.

Und wie lange sind Sie schon bei der SG Ahldorf-Mühlen tätig?

1996 bin ich in die Jugendarbeit in Ahldorf und Mühlen eingestiegen. Seit 2005, nach Richard Hertkorns Tod, übe ich nun schon dieses aufwändige, aber sehr interessante Amt des Jugendleiters aus. Von Jendrik Hank als Jugendleiter aus Ahldorf und Georg Gühring, dem Jugendkoordinator vom SV Mühlen, erhalte ich sehr gute Unterstützung.

Als Sie das sportliche Erbe von Richard Hertkorn angetreten haben, hätten Sie sich da vorstellen können, dieses Amt so lange auszuüben?

Dazu ein ganz klares „Ja“! Das Umfeld war da mit vielen tollen Menschen, die auch Richard Hertkorn schon begleitet haben. Von allen Seiten wurde mir Hilfe signalisiert Was blieb mir da übrig? Allerdings hätte ich mir das Amt schon etwas leichter vorgestellt. Wobei ich, wenn ich mich für etwas entschieden habe, das dann auch konsequent ausübe. Einer meiner Lebenssprüche habe ich von Goethe übernommen: „Nicht nur denken und handeln, sondern auch tun!“ Aber auch ohne den nötigen Rückhalt meiner Familie wäre dieser Job nicht vorstellbar.

Erklären Sie, wie das mit der Jugendkooperation bei der JSG Ahldorf-Mühlen/Dettensee/Starzach läuft!

Wichtig ist, dass die richtigen Leute am richtigen Platz sind. Da stecken viele Namen dahinter, die alle gar nicht aufgezählt werden können. Aber mit Martin Schüle, Jugendleiter des SV Wachendorf und Andy Schlotter vom SSV Dettensee habe ich meine wichtigsten Ansprechpartner und Kontaktpersonen. Aber auch die Vorstandschaften aller Vereine sind sich nach dem Aufstieg unserer B-Jugend 2009 nochmals sehr näher gekommen.

Ein uneingeschränktes Miteinander also?

Zwischenzeitlich haben alle Vereine verstanden, dass jeder davon profitiert. Mit der A-,B-,sowie ab dieser Saison auch mit der C-Jugend spielen wir in der Bezirksstaffel. Dies war mein und unser gemeinsames Ziel, alle Jugendteams in der höchsten Spielklasse des Bezirks Nördlicher Schwarzwalds unterzubringen, um die Voraussetzungen für alle Vereine zu optimieren.

Der Aufstieg der B-Jugend in die Verbandsstaffel war der größte sportliche Erfolg Ihrer Amtszeit. Verpflichtet so ein Erfolg auch? Oder anders gefragt: Wird die Messlatte nach so einem Aufstieg für nachfolgende Generationen nicht automatisch höher, vielleicht sogar zu hoch, angesetzt?

Ich glaube, wir sind alle auf dem Teppich geblieben. Die Erfahrungen wird uns für dieses grandiose Jahr keiner nehmen – auch wenn wir von dem einen oder anderen Verein belächelt wurden. Wir haben aber in diesem Jahr nach außen ein starkes Bild abgegeben, aber von den renommierten Vereinen, wie zum Beispiel dem TuS Ergenzingen, auch Unterstützung bekommen. Und dies ist und bleibt, was Jugendarbeit anbelangt, mein Vorbild in all den Jahren, die ich Jugendarbeit betreibe.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der JSG mittelfristig?

Immer das höchste Level ab der C-Jugend nach oben zu spielen! Denn dann ist die Integration in die Heimatvereine für alle kein Problem. Auch wenn der SV Wachendorf in diesem Jahr abgestiegen ist, wünsche ich mir, dass alle zusammen wieder in der Bezirksliga landen. Natürlich brauchen wir aber auch Spieler für die zweite Mannschaft oder für andere Vereinsaufgaben. Auch diese sind für mich ganz wichtig. Auch der wieder ins Leben gerufene SV Felldorf oder die SF Bierlingen profitieren ja davon.

Hat Ihre JSG das Zeug dazu, um vielleicht auch mal in die Fußstapfen so etablierter Vereine wie der TuS Ergenzingen, SG Empfingen oder VfL Nagold zu treten?

Unser Einzugsgebiet und vielleicht auch unsere finanziellen Mittel sind nicht so vorhanden wie bei den genannten Vereinen. Auch sind wir bei der JSG Ahldorf-Mühlen/Dettensee/Starzach, was die Auffassung von Vereinsarbeit angeht, etwas anders aufgestellt.

Wie meinen Sie das?

Wir versuchen sehr viel über die Schiene „Integration in den Verein“, aber auch eine hohe Identifikation und vor allem Kameradschaft zu erreichen, denn dann klären sich die Dinge mit dem Geld manchmal ganz alleine.

Zum Spiel am Sonntag zwischen Ahldorf-Mühlen und Wachendorf: Wie viele Spieler sind da im Kader beider Mannschaften, die in Ihrer Amtszeit „groß“ geworden sind.

Aktuell sind es sieben Spieler, die bei der SG Ahldorf-Mühlen und sieben Spieler, die beim SV Wachendorf eingesetzt sind. Mit dem Jahrgang 1992 und 1993 wird aber noch ein gutes Potenzial in den nächsten Jahren für alle dazu stoßen.

Gibt es Talente, denen in der Jugend eine große Zukunft vorausgesagt wurde, die dann aber plötzlich in der Versenkung verschwunden sind?

Der Erfolg einer Mannschaft steckt im Kollektiv. Das ist für uns ganz wichtig! Einzelne sind natürlich etwas stärker – aber so richtig einen heraus nehmen will ich nicht.

Gegenfrage: Welche Spieler haben sich unerwartet positiv entwickelt?

Das Jugendalter bei den A-Jugendlichen zählt zu den schwierigen Entwicklungsphasen. Alle, die aktuell spielen, haben sich nach meiner Meinung riesig entwickelt. Wenn man sieht, dass A-Jugendspieler innerhalb kürzester Zeit auch schon Führungsspieler bei den Aktiven sind – da gibt es aktuell sehr viele die man erwähnen kann: Benedikt Drössel, Tobias Kaufeld, Max Schneider, Kevin Bogenschütz in Wachendorf oder Thomas Müller, Patrick Graw, Marcel Schmollinger, Timo Korherr und Sebastian Kipp von der SG Ahldorf/Mühlen sowie Pascal Beck beim SSV Dettensee haben für mich einen großen Fortschritt gemacht.

Egal wer am Sonntag gewinnt: Eine gemeinsame Einkehr nach dem Match dürfte garantiert sein, oder…?

Ich freue mich immer auf diese sportlichen Begegnungen. Das Wichtigste ist mir aber – gerade auch im Wettstreit unserer Partnervereine – dass die Spiele immer sportlich fair ausgehen. Und dann wird hinterher bestimmt auch ein bisschen miteinander gefeiert.

Das Interview führte Uli Bernhard

Ich wünsche mir, dass alle zusammen wieder in der Bezirksliga

landen.

Jugendleiter Klaus Schmollinger spricht über seine Arbeit

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03.09.2010, 12:00 Uhr

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