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Jeder für sich

Jugendrat uneins über H&M und Netto

Der Jugendgemeinderat debattierte über die umstrittenste Frage in Tübingen. Soll H&M auf Kosten des Lebensmitteldiscounters Netto erweitern dürfen? Die Jugend ist ebenso uneins wie die Erwachsenen.

29.06.2014
  • lu

Tübingen. Chinos oder Nudeln, T-Shirts oder Brot? Über H&M und Netto wird derzeit in Tübingen überall diskutiert. Auch bei der Tübinger Jugend. In der Sitzung des Jugendgemeinderats am Freitagnachmittag im Blauen Turm diskutierten die 20 Räte dieselben Fragen, die sich auch die Entscheidungsträger zu stellen haben: Ein größerer H&M und somit ein noch stärkerer Anziehungspunkt in der Tübinger Altstadt? Oder doch lieber ein Discounter im Herzen des Zentrums, der gerade für finanziell schlechter gestellte oder mobilitätseingeschränkte Mitbürger wichtig ist?

Die Meinungen gehen – wie bei den Erwachsenen – auseinander. „Ich finde, H&M ist unentbehrlich für die Innenstadt, und je mehr er anbietet, gerade auch für Männer, desto größer ist seine Magnetwirkung“, sagt Lukas Julien (17). Außerdem führten Supermarktketten wie Edeka und Rewe Hausmarken, die kaum teurer seien als die Discounterware bei Netto. Es gebe auch den Alnatura-Markt, dessen Eigenmarke ebenfalls vergleichsweise günstig sei und dessen Produkte dazu noch „bio“ seien und deshalb moralisch vertretbarer, warf eine Rätin ein.

An diesem Punkt begann die Debatte, hitzig zu werden. „Es gibt Menschen, bei denen kommt es auf jeden Cent an, und da ist jeder Cent mehr einer zu viel“, argumentiert Hannah Schuppert (19). Dem schloss sich Mica Fingas (19) an: „Gerade Senioren haben oft kleine Renten. Und auch die Studenten müssen aufs Geld schauen. Überhaupt, der Netto liegt super zentral und ist alleine deshalb praktisch.“

Die meisten männlichen Räte erzählten, dass sie zum Shoppen ohnehin lieber nach Metzingen oder Stuttgart fahren würden. „Weil es in Tübingen nichts gibt“, so die einstimmige Erklärung. Wobei auch ein H & M für sie wenig reizvoll sei, da sie dessen Produktion ablehnen. Das müsse allerdings jeder für sich entscheiden, so der Tenor.

Alle Räte sind sich am Ende einig: Man ist sich nicht einig. Das Stimmungsbild am Ende der Diskussion unterstrich das noch einmal eindrücklich. Zehn Räte sprechen sich für die Erhaltung des Supermarktes oder einen Neubezug der Räume durch einen anderen Discounter aus. Zwei Räte wollen die Erweiterung von H & M. Acht Jugendliche, also die zweitstärkste Gruppe, enthalten sich.

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29.06.2014, 12:00 Uhr

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