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Der gescheiterte Mord im Kornfeld

Junge Frau wegen Beihilfe angeklagt

Ein eifersüchtiger Mann will seinen Rivalen erschießen lassen. Nach dem mörderischen Anschlag steht jetzt auch eine junge Frau vor Gericht.

10.11.2015
  • DPA

Ulm Eine verschmähte Liebe, tausend Euro und Schüsse im Maisfeld: Zwei Jahre nach einem missglückten Auftragsmord hat eine wegen Beihilfe angeklagte Frau vor dem Landgericht Ulm die Vorwürfe bestritten. "Dass es um sowas geht, habe ich nicht gewusst. Dass es darum geht, jemanden umzubringen", sagte die 23-Jährige gestern beim Prozessauftakt. Sie muss sich wegen Beihilfe zum versuchten Mord verantworten.

Ihr Bruder hatte Mitte 2013 an einem Maisfeld bei Schlierbach, wenige Kilometer von Göppingen entfernt, auf den damals 45 Jahre alten Mann geschossen. Der Schütze erhielt dafür 1000 Euro vom Auftraggeber - einem Rivalen des Opfers. Der wollte seinen Nebenbuhler aus dem Weg räumen.

Eine Kugel traf den 45-Jährigen bei dem Anschlag im Bauch, eine zweite am Oberschenkel. Der lebensgefährlich verletzte Mann konnte mit letzter Kraft einen Notruf absetzen und überlebte. Hintergrund der Tat war eine zerbrochene Beziehung des Auftraggebers zu einer jungen Frau. Er machte den damals 45-Jährigen dafür verantwortlich und schwor Rache.

Wegen dieses Mordversuchs hatte das Landgericht Ulm den Auftraggeber und den Schützen im Juli 2014 zu Freiheitsstrafen von 13 beziehungsweise zehn Jahren verurteilt. Zwei weitere Angeklagte erhielten wegen Beihilfe Strafen von vier Jahren und sechs Monaten sowie vier Jahren. Die 23-Jährige war bereits damals Mitangeklagte. Ihr Verfahren wurde aber abgetrennt und hat erst jetzt begonnen.

Die damals 20 Jahre alte Frau soll gemeinsam mit dem eifersüchtigen Auftraggeber ein Auto für die Tat besorgt und den Kontakt zu ihrem Bruder, dem Schützen, vermittelt haben. Die Männer fuhren in ihrem alten Wagen zum Maisfeld. Die Frau verstrickte sich vor Gericht vereinzelt in Widersprüche und brach in Tränen aus. Sie räumte ein, vor der Tat eine Affäre mit dem Auftraggeber gehabt zu haben.

Der Mann habe über sie Kontakt zu ihrem Bruder gesucht und Druck auf ihn ausgeübt. "Ich habe mehrmals gesagt, er soll die Finger von meinem Bruder lassen - was immer er vorhat, er soll seinen Scheiß selber machen", sagte sie. Sie habe aber nicht gewusst, dass die Männer einen Mord planten. In dem Prozess sind sechs weitere Verhandlungstermine bis zum 11. Januar anberaumt.

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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