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Achtjähriger Mörder?

Junge in den USA angeklagt

Im US-Bundesstaat Alabama muss sich ein Achtjähriger wegen Mordes verantworten - er hatte ein einjähriges Mädchen zu Tode geprügelt.

13.11.2015
  • AFP

Miami Weil sie nicht aufhören wollte zu weinen, hat ein Achtjähriger eine Einjährige so angegriffen, dass sie an ihren Verletzungen starb. Nach Angaben der Polizei war die Mutter des Opfers mit einer Freundin nachts in eine Disco gegangen und hatte ihre Tochter währenddessen zusammen mit den Kindern der Freundin alleine gelassen.

Der tragische Vorfall liegt einen Monat zurück, jetzt gab die Polizei ihre Entscheidung bekannt. Berichten örtlicher Medien zufolge hatten sich die Mutter des kleinen Mädchens und ihre Freundin über Stunden in einer Diskothek von Birmingham amüsiert, während die sechs Kinder im Alter zwischen ein und acht Jahren unbeaufsichtigt blieben.

Die Polizei geht davon aus, dass der Achtjährige von dem anhaltenden Weinen des Babys genervt war und es deshalb "brutal angriff". Die Kleine erlitt demnach ein Schädel-Hirn-Trauma und schwere innere Verletzungen, denen sie schließlich erlag.

"Das ist der traurigste Fall, der mir in meiner 22-jährigen Laufbahn als Polizist untergekommen ist", sagte der Polizeisprecher von Birmingham, Sean Edwards. "Keine Ausbildung, keine Schulung kann einen auf ein derart abscheuliches Verbrechen durch einen Achtjährigen vorbereiten." Aber auch das verantwortungslose und leichtfertige Verhalten der Mutter sei unannehmbar. Die Polizei beschuldigte sie der fahrlässigen Tötung, ließ sie aber gegen Zahlung einer Kaution vorerst frei. Der Junge dagegen bleibt in Gewahrsam.

In den USA gibt es keine einheitliche Regelung für Strafmündigkeit. Jeder Bundesstaat setzt andere Altersgrenzen - oder gar keine Beschränkungen wie etwa Alabama. Dass ein Achtjähriger wegen Mordes angeklagt wird, halten aber auch Experten für ungewöhnlich. Nach Angaben des Anwalts Tobie Smith, der auf die Verteidigung minderjähriger Straftäter spezialisiert ist, wird dem Jungen vermutlich vor einem Jugendstrafgericht der Prozess gemacht, ihm droht in dem Fall eine Haft bis zum 21. Lebensjahr.

Allerdings müsse die Staatsanwaltschaft zuvor nachweisen, dass der Junge geistig auch in der Lage ist, seinem Verfahren zu folgen, sagte Smith. Das sei aber bei Kindern mit einem solchen Hintergrund immer seltener der Fall. Theoretisch ist es nach Einschätzung des Anwalts sogar möglich, dass ihm die Staatsanwaltschaft vor einem normalen Strafgericht den Prozess machen wolle. Doch könne er sich nicht vorstellen, dass ein Richter einem derart "schockierenden" Antrag folgen würde.

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13.11.2015, 12:00 Uhr

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