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Mahnbriefe wirken besser als E-Mails

Jurastudenten gründeten kostenlose Rechtsberatung

„Von Studenten für Studenten“: Unter diesem Motto haben die Jurastudenten Valentin Löffelad und Joel Straub in Tübingen die studentische Rechtsberatung Law and Legal gegründet. Sie unterstützen und beraten junge Menschen kostenlos in Rechtsfragen.

31.10.2012
  • Angela Wistuba

Tübingen. Gerade zum Semesteranfang beginnt für viele Studenten, insbesondere für die Erstsemester, ein neuer Lebensabschnitt: Neue Umgebung, eigene Wohnung und die Verantwortung, verschiedenen Rechten und Pflichten nachzukommen. Wenn sich jedoch juristische Probleme auftun wie beispielsweise Ärger mit dem Vermieter, dem Handyanbieter oder beim Autokauf, sind die Studenten schnell mit ihrem Latein am Ende. Da sie meist nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügen, konsultieren sie, solange es sich um kleinere Anliegen handelt, keinen Anwalt.

Diesem Manko wollten Valentin Löffelad und Joel Straub entgegenwirken. Anfang des Jahres riefen sie eine studentische Rechtsberatung unter dem Namen Law and Legal ins Leben. Sie sind selbst Jurastudenten im sechsten Semester und möchten ihr theoretisch erworbenes Wissen gerne in die Praxis umsetzen. Sie beraten pro bono – zum Wohle der Öffentlichkeit ohne Bezahlung.

Die Basis für ein solches Konzept wurde 2008 geschaffen. Denn seitdem ist es juristischen Laien, zu denen auch die Jurastudenten zählen, erlaubt, eine Rechtsberatung zu machen. Dabei müssen sie kostenlos arbeiten, und wenn die Fälle über den Freundeskreis oder nachbarschaftliche Beziehungen hinausgehen, muss ein Anwalt zur Verfügung stehen, der bei Bedarf hinzugezogen werden kann. Außerdem dürfen die Berater nicht in Gerichtsverfahren tätig werden. So ist die studentische Rechtsberatung keine Konkurrenz für Anwälte, sondern eine Ergänzung.

Praxiserfahrung für Jurastudenten

Das Angebot wird von den jungen Leuten dankbar angenommen. Bereits wenige Tage, nachdem Valentin Löffelad und Joel Straub ihre studentische Rechtshilfe via Internet angeboten hatten, meldeten sich viele Studenten, die ihre Hilfeleistung in Anspruch nehmen wollten. Heute sind es teilweise so viele Fälle, dass sie von den Jurastudenten gar nicht alle bearbeitet werden können. Daher möchten sie sich vergrößern und andere Jurastudenten mit ins Boot holen. Sie suchen auch weitere Anwälte, die ihnen bei speziellen Fragen unter die Arme greifen.

Ziel der beiden Jurastudenten ist: „Wir wollen nicht nur beraten, sondern auch dem Mandanten zu seinem Recht verhelfen.“ Das haben sie auch schon einige Male getan. Meist sind es Fälle, in denen sich ein Anwalt aus finanzieller Sicht nicht lohnen würde: Ein Student hat bei Ebay ein Kunstwerk für 50 Euro verkauft, doch der Käufer holt es weder ab, noch zahlt er. So hat ihm Law and Legal geholfen, den Käufer ausfindig zu machen, und einige Schriftsätze aufgesetzt.

Offiziell verfasste Mahnbriefe haben mehr Wirkung bei der Gegenseite als eine verfasste E-Mail von einem Laien. „Es ist schön, dass wir von Unternehmen wie beispielsweise einer englischen Fluggesellschaft, mit der wir gerade verhandeln, durchaus ernst genommen werden“, sagt Joel Straub.

Auch wenn es meist um kleinere Beträge geht, die sie im Namen der Mandanten einfordern: Für junge Menschen, die sich in der Ausbildung befinden, ist es doch viel. Auch Valentin Löffelad und Joel Straub profitieren von der Rechtsberatung. Ob es um 50 oder 1000 Euro geht – sie interessiert vor allem das juristische Problem, das dahinter steckt. So sammeln die einen Studenten Praxiserfahrung, die anderen kommen zu ihrem Recht.

Info http://www.lawandlegal.de

Jurastudenten gründeten kostenlose Rechtsberatung
Was tun, wenn der Ebay-Käufer abtaucht? Joel Straub (links) und Valentin Löffelad beraten Studenten bei Rechtsproblemen.

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31.10.2012, 12:00 Uhr

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