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Geometrie und Dosisverteilung

Jussi Moog justiert den Linearbeschleuniger im Medizinischen Versorgungszentrum

Anfang nächstes Jahr müssen Patienten aus der Region für die Strahlentherapie nicht mehr den Weg nach Tübingen auf sich nehmen. Der Linearbeschleuniger, der früher in Tübingen in Betrieb war, wird gerade im Horber medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) installiert und eingemessen.

07.11.2015
  • Sara Vogt

Horb. Kabel kontrollieren, Kabel ziehen, Fehler in den Platinen lokalisieren und beheben – das sind nur einige der Arbeiten, die gerade im unteren Stockwerk des Krankenhausneubaus in Horb anfallen. Techniker Claudius Weber ist ständig in Bewegung, läuft zwischen dem zukünftigen Bestrahlungsraum und dem Vorraum mit den Überwachungsmonitoren hin und her. Physiker Jussi Moog hantiert am Telefon mit sperrigen Begriffen und bespricht Liefertermine.

Im August wurde der Linearbeschleuniger in das MVZ Horb gebracht. Das Gerät ist das Herzstück der Nebenbetriebsstätte der Radioonkologie des Universitätsklinikums Tübingen. Das Grundgerüst, des rund acht Tonnen schweren Gerätes wurde in zwei Teilen über einen Lichtschacht in den unteren Stock des Krankenhausneubaus gehievt. „Den Linearbeschleuniger an seinen Platz zu bekommen, ist praktische Physik im Alltag“, sagte damals Martin Vitzithum von der EconoMedic, der die kaufmännische Leitung Horb und Freudenstadt verstärkt.

Seitdem sind einige Wochen vergangen. Mittlerweile ist das Gerät verkleidet, in der Mitte des Raums steht der Tisch, auf dem später der Patient liegen wird. „1000-Mann Stunden sind schon drin“, berichtet Jussi Moog vom Arbeitsaufwand bis der erste Patient behandelt werden kann. „Gerade wird die Geometrie überprüft.“ Bei der Strahlentherapie wird der Tumor mit ionisierter Strahlung behandelt. „Wir müssen das so einstellen, dass das Gerät sich um einen Punkt dreht, das so genannte Isozentrum“, berichtet der Physiker. Im Moment befindet sich das Team im Übergang von Installation zu den Einmessungsarbeiten. Die Einstellungen an der Geometrie und der Dosisverteilung würden so lange überarbeitet, bis alle zufrieden sind, erklärt Moog. Der routinemäßige Einsatz des Geräts ist auf Anfang 2016 datiert.

Mit dem Linearbeschleuniger kann man nicht nur ein rechteckiges Feld wie beim Röntgen erzeugen. „Die wenigsten Tumore sind rechteckig“, erklärt Moog und schmunzelt. Die verschiedenen Strahlen können später so eingestellt werden, dass sie den tatsächlichen Umrissen des Tumors entsprechen. Dabei wird das umliegende Gewebe und die Organe verschont. „Die Abstimmung nimmt viel in Anspruch, später die Praxis einzurichten, das geht fix“, sagt der Physiker.

Die beiden Videokameras sind schon im Bestrahlungsraum installiert. Die Bilder werden an den Überwachungsraum geschickt. Moog führt zum Computerbildschirm, auf dem schon die Bilder der beiden Kameras angezeigt werden: „Im Raum ist der Patient alleine, aber nicht alleine gelassen.“ Über eine Gegensprechanlage können sich das Bestrahlungs-Team und der Patient unterhalten.

Im Empfangsraum stehen noch Paletten und Verpackungsmaterial. „Hier kommen noch Sessel rein“, sagt er. Die Patienten sollen möglichst kurz, aber auch möglichst bequem warten. Auf das grelle Grün des Bodens angesprochen lächelt Moog. Zwei Farben standen zur Auswahl: Grün und Dunkelrot. „Wir haben dann vorgeschlagen eher das lebendige, wenn auch grelle grün zu nehmen“, sagt er und lacht.

Jussi Moog justiert den Linearbeschleuniger im Medizinischen Versorgungszentrum

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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