Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Einfach das Ende der Welt

Einfach das Ende der Welt

In dem Drama von Xavier Dolan will ein junger Mann seiner Familie offenbaren, dass er demnächst sterben wird.

Einfach das Ende der Welt

Juste La Fin Du Monde
Kanada 2015

Regie: Xavier Dolan
Mit: Gaspard Ulliel, Nathalie Baye, Léa Seydoux, Vincent Cassel, Marion Cotillard

95 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
02.04.2017
  • Klaus-Peter Eichele

Ein junger Mann besucht nach Jahren erstmals wieder seine Heimatstadt in der Provinz und seine Familie. Das klingt wahrlich nicht nach einem originellen Kinoplot. Doch schon der Grund der Rückkehr ist ungewöhnlich. Nicht etwa ist, wie üblich, ein Elternteil gestorben, sondern Louis (Gaspard Ulliel) steht krankheitshalber selbst an der Schwelle zum Tod. Davon will der Mittdreißiger seine Mutter und Geschwister unterrichten, doch in den zwei Tagen seines Aufenthalts findet sich einfach keine Gelegenheit dazu.

Denn zum einen haben sich Heimkehrer und Daheimgebliebene emotional doch sehr voneinander entfernt. Zudem sitzt der Stachel der Enttäuschung, vom Bruder und Sohn im Stich gelassen worden zu sein, bei allen Familienmitgliedern tief - was sie ihm nach und nach in unterschiedlicher Intensität auch zu verstehen geben. Parallel beginnt man aber auch zu begreifen, warum Louis diese familiäre Druckkammer einst hinter sich gelassen hat, um in der Großstadt als Schriftsteller und in der schwulen Szene sein Glück zu finden.

An seine letzten großen Werke „Mommy“ und „Sag nicht, wer du bist“ reicht der neue Film von Xavier Dolan (der gleichwohl in Cannes den Großen Preis der Jury einheimsen konnte) nicht heran. So unternimmt das kanadische Jung-Genie erst gar nicht den Versuch, die Herkunft des Stoffs von der Theaterbühne zu verschleiern. Es dominieren Großaufnahmen von Gesichtern, die allerdings durchweg Stars wie Léa Seydoux, Vincent Cassel, Marion Cotillard und Nathalie Baye gehören.

Diesen schauspielerischen Hochkarätern gelingen denn auch überzeugende Charakter-Miniaturen. Die ganz große emotionale Intensität, die man von Dolan gewohnt ist, stellt sich in diesem Grundriss einer schrecklich netten Durchschnittsfamilie jedoch nicht ein.

Eine familiendramatische Fingerübung von Xavier Dolan ragt immer noch über den Durchschnitt hinaus.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

02.04.2017, 11:11 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige