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Tübingen

Käßmann wird Ehrensenatorin

Die Universität Tübingen wird die evangelische Theologin Margot Käßmann zur Ehrensenatorin ernennen. Die frühere Bischöfin und EKD-Vorsitzende ist die zweite Frau unter den derzeit 32 Senatoren.

02.09.2014

Tübingen. Seit langem bemüht sich die Universitätsleitung, mehr Frauen für die männerdominierte Senatorenriege zu gewinnen. Die Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin der Firma Trumpf in Ditzingenh, war seit 2012 die einzige. Am Mittwoch, 15. Oktober, wird nun Margot Käßmann mit einer Feier im Uni-Festsaal in den Kreis der Honoratioren aufgenommen.

Die neue Ehrensenatorin hat einen persönlichen Bezug zur hiesigen Universität: Von 1977 bis 1983 studierte sie in Tübingen als Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst. Die heute 56-Jährige promovierte an der Ruhr-Universität Bochum, während sie mit ihrem früheren Mann eine Pfarrstelle teilte. Sie ist Mutter von vier Töchtern. Bekannt wurde sie in den 1990er Jahren als Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags.

Als Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche ab 1999 verschaffte ihr die Offenheit, mit der sie in dem Amt erst zu einer Brustkrebserkrankung stand und später ihre Ehescheidung vertrat, Popularität auch außerhalb der Kirche. 2009 wurde sie zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. Viel zitiert wurde ihre Weihnachtspredigt „Nichts ist gut in Afghanistan“, in der sie für Konfliktlösungen ohne Waffen eintrat. Für die Tübinger Rhetoriker war es die „Rede des Jahres“.

Im Jahr darauf trat Käßmann von dem Amt und als Bischöfin zurück, nachdem sie unter Alkoholeinfluss eine rote Ampel überfahren hatte. Sie begann eine neue Karriere als (Gast-)Professorin und Publizistin und in verschiedenen Ehrenämtern. Ihre Bücher zu christlicher Erziehung, Lebenspraxis und Spiritualität sind Bestseller. Die EKD ernannte sie zur „Botschafterin für das Luther-Jubiläum 2017“.

upf

Käßmann wird Ehrensenatorin
Margot Käßmann Archivbild: Metz

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02.09.2014, 12:00 Uhr

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