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Käufer gesucht für Ellwangens altes Gefängnis
Der Vorhof der ehemaligen Justizvollzugsanstalt. Foto: dpa
Immobilien

Käufer gesucht für Ellwangens altes Gefängnis

Die Angebotsfrist endet im Juni. Beim Umbau redet der Denkmalschutz mit.

19.04.2017
  • LSW

Ellwangen. Es gibt Hotels, die einst Gefängnisse waren. Auch schon zu Museen wurden Haftanstalten mancherorts umgebaut. Was aus dem alten Knast in Ellwangen wird, ist hingegen völlig offen. Mehr Klarheit über die Zukunft des 135 Jahre alten Baus mit rund 800 Quadratmetern Nutzfläche unweit des historischen Zentrums der Stadt an der Jagst soll es ab dem 30. Juni geben. An diesem Tag läuft die Frist für Angebote von Kaufinteressenten ab.

Häftlinge und Wärter gibt es in dem Gebäude schon lange nicht mehr. Seit März 2016 steht es leer. Die letzten von einst mehr als 50 Insassen wurden an diesem Tag in die Justizvollzugsanstalt in Schwäbisch Hall gebracht. Das Mobiliar wurde in andere Gefängnisse verfrachtet.

„Auch die Schlösser der schweren Stahltüren wurden entfernt – aus sicherheitstechnischen Gründen“, erzählt Stefan Horrer vom zuständigen städtischen Amt in Schwäbisch Gmünd. Dass es nicht einfach werden würde, das 1881 zusammen mit dem benachbarten Amtsgericht fertiggestellte Gefängnis zu verkaufen, sei allen Beteiligten klar gewesen. Die langjährige Nutzung als Haftanstalt hat Spuren hinterlassen.

Die gespenstische Stille, die dort heute herrscht, wird nur ab und zu durchbrochen, wenn Kaufinteressenten durch das Gebäude geführt werden. Sicher könnte vieles umgebaut werden, jedoch gibt es an der Vergangenheit des historischen Gemäuers nicht allzu viel zu rütteln: Es steht genau wie das Amtsgericht unter Denkmalschutz. „Alle baulichen Veränderungen müssen mit der Baurechtsbehörde abgeklärt werden“, sagt Horrer.

Ob aus dem Ellwanger Gefängnis auch einmal ein Hotel oder Museum wird? Zumindest anhand der Kaufinteressenten lassen sich noch keine Vermutungen anstellen; über die gibt es nämlich aus verkaufstaktischen Gründen noch keine Informationen. Entscheidend für den Zuschlag soll jedenfalls nicht allein die Höhe des Gebots sein, sondern auch das Konzept des Investors. Es gebe vielfältige Möglichkeiten der Nutzung, meint Amtsvertreter Horrer.

Warum wurde das Ellwanger Gefängnis überhaupt dicht gemacht? Das Justizministerium verweist auf zu hohe laufende Kosten. Auch bei anderen kleinen Gefängnissen wie jenen in Rottweil, Villingen, Hechingen, Waldshut-Tiegen und Tübingen werde langfristig die Schließung erwogen, sagt Robin Schray, Sprecher des Justizministeriums in Stuttgart. Zuerst müsse allerdings neuer Raum für Häftlinge in größeren Vollzugsanstalten geschaffen werden. Vanessa Arslan, dpa

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19.04.2017, 06:00 Uhr

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