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Verkehr

Kahlschlag am Rauschbart

Die Baumfällungen links und rechts der Bundesstraße beim Rauschbart-Parkplatz haben mit den Vorbereitungen zum Bau der Horber Hochbrücke zu tun.

22.02.2019

Von Rita Ott

Am Rauschbart-Parkplatz und am Hang auf der anderen Seite der Bundesstraße wird derzeit gerodet. Bild: Karl-Heinz Kuball

Vor allem von Bildechingen her kommend fällt gleich auf Höhe der Einfahrt auf den Rauschbart-Parkplatz auf, dass offensichtlich „Platz gemacht“ wird – Dutzende Bäume wurden gefällt. Auf dem Parkplatz selbst Richtung Abhang – und Nordstetten – ist es klar, denn dort soll die künftige Neckartalbrücke beginnen. Doch auf dem Hügel nebenan, auf der anderen Seite der Bundesstraße oberhalb der 90-Grad-Kurve, sieht es nach den Baumfällungen ebenfalls kahl aus.

Die Pressestelle der Horber Stadtverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass die Baumfällungen im Bereich des Rauschbart-Parkplatzes bereits mit dem Bau der Horber Hochbrücke im Zusammenhang stehen. Es handle sich um eine Maßnahme des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe.

Erkundung des Baugrunds

Gerodet wird dort laut RP, damit „Bohrungen zur Erkundung des Baugrunds durchgeführt werden können“. Wolle man bauen, müsse man über den Untergrund Bescheid wissen.

Auch auf der anderen, der Nordstetter Seite, wurde bereits gerodet. Dort ist auch schon zu ahnen, wie später die „Schleife“ oberhalb der Stelle, an der die Brücke auf den Hang trifft, verlaufen wird. Auf beiden gegenüberliegenden Hang-Seiten diesseits und jenseits des Neckars, also den späteren Auf- und Abfahrten auf die Neckartalbrücke, finden Bodenerkundungen und Vermessungsarbeiten statt. Und auf beiden Seiten wurden und werden Bäume gefällt.

Ersatzflächen zum Parken

Da während des Baus Teilbereiche des Rauschbart-Parkplatzes für die Baustelleneinrichtung genutzt werden, stimme sich der Fachbereich Recht und Ordnung der Horber Stadtverwaltung bereits mit dem Regierungspräsidium ab, wie Ersatzflächen zur Verfügung gestellt werden können, so Christian Volk, Pressesprecher der Stadt Horb.

Die Neckartalbrücke ist bekanntlich Teil der B 32-Ortsumfahrung Horb und dient als Anschluss der Bundesstraße B 28/B 32 an die Autobahnauffahrt Horb. Viele Jahre hat die Stadt dafür gekämpft, denn eine Entlastung der Innenstadt vom Verkehr ist bei Verkehrsmengen von fast 25000 Fahrzeugen täglich – davon rund 2000 Schwerverkehrs-Fahrzeuge – seit langem notwendig. Die Brücke wird rund zwei Kilometer lang, dazu kommen die Anschlüsse an die bestehenden Straßen auf beiden Seiten mit 1,1 Kilometern. Rund 56,7 Millionen Euro Kosten wurden berechnet, den Hauptanteil, rund 56 Millionen Euro, finanziert der Bund als Vorhabenträger.

Anfang November 2017 wurde der zuvor im Juni 2017 gefasste Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben rechtskräftig. Ein Jahr später, am 2. November 2018, war Baubeginn.

Bis das Viadukt über das Neckartal in 70 Metern Höhe fertig ist, werden die Verkehrsteilnehmer noch mit so manchen Einschränkungen, Sperrungen und Umleitungen rechnen müssen. Die Baumaßnahme dient einerseits der Entlastung der Ortsdurchfahrt Horb. Gleichzeitig gehört die Brücke zu einem „verkehrsgerechten Ausbau einer überregionalen Straßenverbindung“, so das RP in den Planunterlagen.

Fällungen an anderen Stellen

Vielerorts werden zur Zeit – wie meist im Frühjahr – Bäume gefällt, und es wird gerodet. Das kann mehrere Gründe haben. Bei den aktuellen Baumfällungen im Stadtgebiet handle es sich in nahezu allen Fällen um Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht oder um Pflegemaßnahmen, teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit.

So habe in Dettingen ein Baum gefällt werden müssen, dessen Stamm bereits geschädigt war. In Bildechingen müsse eine kleine Linde gefällt werden. Im Industriegebiet Heiligenfeld mussten einzelne Säulenpappeln gefällt werden, da die Bäume innen zum großen Teil hohl gewesen waren.

Für eine Erschließung in Grünmettstetten seien im Frühjahr noch Fällungen notwendig. Ersatzpflanzungen dafür seien bereits eingeplant und werden im Bereich des Friedhofs umgesetzt, so Pressesprecher Christian Volk. Auf dem Spielplatz Schurkenturm musste ebenfalls aus Verkehrssicherungsgründen bereits eine kleine Trauerweide gefällt werden. „Weitere Fällungen sind darüber hinaus aktuell nicht geplant.“

Sperrung bei Altheim

Auch weitere größere Rodungs- und Fällaktionen, verbunden mit Sperrungen, sind in nächster Zeit geplant. Teils dienen sie der Verkehrssicherung, teils dem Straßen-Neubau.

Zwischen Altheim und Salzstetten wird voraussichtlich zwischen dem 6. bis 9. März die Straße für zwei bis drei Tage wegen Baumfällarbeiten voll gesperrt. Aus Verkehrssicherheitsgründen müssen wieder einige Bäume gefällt werden.

Zwischen Schopfloch und Dürrenmettstetten wird derzeit die Straße ausgebaut. Deshalb werden auch dort Fällungen stattfinden. Wann, ist noch nicht, bekannt, „wir warten auf die Freigabe vom Naturschutz“, so das Landratsamt Freudenstadt.

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Erstellt:
22. Februar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 01:00 Uhr

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