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Kamera läuft
Mit den Minikameras können Angreifer aufgenommen werden, das soll abschrecken. In Stuttgart testet die Bundespolizei jetzt die Bodycams. Foto: dpa
Test bei der Polizei: Bodycams sollen Angreifer abschrecken

Kamera läuft

Achtung, Aufnahme! Die Bundespolizei will mit Kameras Angreifer abschrecken und Beweise sichern. Datenschützer sind "nicht begeistert".

29.04.2016
  • DPA

Stuttgart. Körperkameras sollen ab sofort auch in Stuttgart Angriffe auf Polizisten verhindern. Am Hauptbahnhof erprobt die Bundespolizei jetzt den Einsatz von Bodycams. Schon bei möglichen Protesten gegen den Bundesparteitag der rechtskonservativen AfD könnten die Minikameras erstmals zum Einsatz kommen - bei Gewalt am Hauptbahnhof oder am S-Bahnhof an der Landesmesse, nur dort ist die Bundespolizei zuständig. Der großflächigere Einsatz bei der Landespolizei lässt noch auf sich warten.

"Polizei Videoüberwachung" steht auf Brust und Rücken der Beamten, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Die Bodycams, so schwer wie eine Tafel Schokolade, sind auf der Schulter oder an der Brust der Polizisten angebracht. Die Geräte dürfen von den Beamten nur eingeschaltet werden, wenn sie einen Angriff auf sich selbst oder andere fürchten, erläuterte Steffen Zaiser, Sprecher der Bundespolizeidirektion Stuttgart. Bevor sie eingeschaltet werden, müsse der Beamte seinem Gegenüber das sagen.

"Nicht begeistert" von den Bodycams ist Jörg Klingbeil, der Datenschutzbeauftragte des Landes, schließlich verminderten sie auch den Freiraum der Bürger. Solange sie aber rechtlich möglich seien, müssen man sie zwangsläufig hinnehmen. Feldversuche in Hessen hätten gezeigt, dass die Einführung rechtlich möglich sei. Wichtig sei der sorgsame Umgang mit den Geräten. "Was natürlich nicht geht: Dass die Polizisten mit laufender Kamera durch Menschenmengen gehen."

Die Körperkameras sollen zum einen potenzielle Angreifer abschrecken als auch deren Strafverfolgung erleichtern. 2015 gab es nach Angaben des Innenministeriums 3929 Fälle von Gewalt gegen Polizisten. Rund 8000 Polizisten wurden dabei zu Opfern - ein Anstieg um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 1866 Beamte wurden verletzt.

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29.04.2016, 06:00 Uhr

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