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Kampf gegen Müllberge
Diana Bereczky und Manuel Lorenz werben für Mehrweg-Geschirr. Foto: Caroline Holowiecki
Umwelt

Kampf gegen Müllberge

Um Plastik zu vermeiden, wollen zwei Vereine in Stuttgart Mehrweg-Geschirr etablieren. Die Testphase soll bald starten.

04.04.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich über Flüsse, durch Wind oder Abwässer ins Meer. Mindestens 150 Millionen Tonnen schwimmen dort laut Greenpeace bereits. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastik liege in Westeuropa bei 136 Kilogramm pro Jahr und damit beim Dreifachen des weltweiten Durchschnitts. Und Deutschland nehme einen unrühmlichen Spitzenplatz sei.

Zwar liegt Stuttgart weit entfernt von der Küste, dennoch macht sich dort die Greenpeace-Regionalgruppe Gedanken darüber, wie Plastikmüll vermieden werden kann. Gemeinsam mit Mitgliedern des Umweltschutzvereins „Cradle to Cradle“ soll in der Landeshauptstadt bald ein Mehrweg-Geschirr auf den Markt kommen, um To-go-Bechern und -Boxen den Garaus zu machen. Vorgemacht haben das Initiativen in Tübingen, Freiburg, Aalen oder Rosenheim.

Die Prototypen gibt es schon. Die unterschiedlichen Schüsseln und ein Becher aus glasfaserverstärktem PBT samt Deckel stammen aus der Schweiz. Das Recircle-Prinzip gibt es dort seit zwei Jahren – erfolgreich, wie „Cradle-to-Cradle“-Mitglied Diana Bereczky erklärt. Auch eine große Lebensmittelkette hat dort die Utensilien von Recircle für ihre Frischetheken übernommen. „Wir wollen das, was dort aufgebaut wurde, hier umsetzen“, sagt die 31-Jährige. Das Prinzip: Kunden hinterlegen ein Pfand in einem Restaurant, Imbiss oder Geschäft, nehmen Speisen in der mikrowellen-, spülmaschinen- und kühltruhengeeigneten Verpackung mit und geben sie nach dem Verzehr bei einem beliebigen teilnehmenden Lokal wieder ab.

Sieben Gastronomie-Betriebe hätten schon schriftlich zugesagt, mit anderen sei man in Gesprächen, erläutert das 29-jährige Greenpeace-Mitglied Manuel Lorenz. Wissenschaftlich begleiten sollen die Testphase Studenten der Uni Stuttgart vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft.

Vor allem Lokale mit Mittagstisch, Mensen und Veranstalter von Stadtfesten wollen die zwei Vereine gewinnen. Der Mehrweg-Kick-off soll beim Übermorgenmarkt auf dem Marienplatz (19. bis 21. Mai) sein. Bis dahin gibt es einiges zu stemmen. Vor allem an der Finanzierung hapert es noch. Die elf Ehrenamtlichen hoffen auf Unterstützung der Stadt, bis auf Anerkennung von Politik und Wirtschaftsförderung habe es aber noch nichts Habhaftes gegeben. Auch über Crowdfunding, Hilfe von Stiftungen und Sponsoring wird nachgedacht. Zudem soll das Projekt irgendwann an eine Firma abgegeben werden – am besten ein regionales Unternehmen, das Biokunststoffe einsetzt. Caroline Holowiecki

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04.04.2017, 06:00 Uhr

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