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Video vom Rennen in Rottenburg

Kampf um Hundertstelsekunden mit Seifenkisten

Mehr als 1000 Zuschauer/innen säumten am Wochenende die Seebronner Straße. Denn beim Seifenkistenrennen schossen 44 verschiedene Gefährte den Hang hinunter, eines immer noch ausgefallener als das andere. Den Publikumspreis für das originellste Gefährt staubten ein steinzeitliches „Flintmobil“ und eine rollende Badewanne ab.

06.09.2010
  • Katharina Tomaszewski

Sauschnell mit Ente: Seifenkistenrennen in Rottenburg

© Ziehe 02:54 min

Rottenburg. Zum zweiten Mal schon wurde die Seebronner Straße e am Wochenende zur Rennstrecke umfunktioniert. Hier rasten unter anderem ein ägyptischer Sarkophage, eine Bierflasche, ein Schiff, eine Kloschüssel, ein Haifisch und eine Badewanne stadteinwärts. Dies gesteuert von 80 jungen oder doch jung gebliebenen Hobby-Rennfahrer(inne)n, denen weder ein Motor noch eine elektrische Bremse zur Verfügung standen. Trotzdem brachten sie es auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 54 Kilometern pro Stunde, wo sonst mit Motor nur Tempo 40 erlaubt ist.

In der Kiste vom Uropa gestartet

Am Sonntagvormittag fiel der Startschuss zum ersten Wertungslauf. Auch der 10-jährige Nicolas Haug startete in der Jugendklasse mit einer „Sebastian-Vettel-Kiste“, benannt nach Haugs Rennfahrer- Idol. Gekauft hatte der Hohenberg- Hauptschüler sie für 150 Euro. Felicitas Paul war eines der wenigen Mädchen im Feld. Die 10-jährige St.- Klara-Realschülerin erzählte: „Mein Uropa baute diese Seifenkiste mit meinem Opa und hob sie für seine Enkelkinder auf“.

Kampf um Hundertstelsekunden mit Seifenkisten
Wie im Vorjahr auf Platz 2 schaffte es in der Juniorklasse Luca Schulz mit seinem „1a-Runner“ (im Bild hinten). Den Vortritt lassen musste er allerdings Florian Kammerer (vorn), der sich in seiner „Flori 99“-Kiste den Sieg holte – mit nur vier Hundertstel Vorsprung.Bild: Faden

Pauls Opa ist Heinz Bolz, der auch beim Prominentenrennen antrat. Mit dem „Flintmobil“ (benannt nach der Steinzeit-Trickfilmserie „The Flintstones“) rollten Sebastian Schmied und sein Arbeitskollege Giuseppe Fortunato an. Die Sitze und die Walze vorne und hinten waren aus bemaltem Bauschaum. Ein Stück Leopardenfellimitat diente als Dach. Gleichauf in der Publikumsgunst lag eine fahrbare Badewanne, die Maschinenbaustudent Marcel Zugenbühler aus Gerlingen mitgebracht hatte: Während der Fahrt lief aus einer Duschbrause über der Wanne Wasser, welches Copilotin Yvonne Bronner aus Pfullingen abbekam; das Ganze war mit gelben Quietscheentchen dekoriert.

„Wir haben das Rennen diesmal auf zwei Tage ausgedehnt, damit die Fahrer am Samstag Testläufe machen können und es sicherer wird“, sagte Dietmar Schneider, der schon das erste Rottenburger Seifenkistenrennen dieses Jahrtausends im Vorjahr auf die Beine gestellt hatte. 4000 Autoreifen und 400 Strohballen dämpfen einen möglichen Stoß am Rand ab, 1100 laufende Meter Sperrgitter trennten die Zuschauer von der Straße. Finanzielle Unterstützung bekommt die Veranstaltung vom Motorsportclub Rottenburg und dem Handels- und Gewerbeverein. Den Rennansager mimte Lutz Vieweg, der seit zehn Jahren die Rottenburger Fasnetsumzüge kommentiert.

Kampf um Hundertstelsekunden mit Seifenkisten
Auch wenn seine Walzen nur (Schaum-)Imitat waren, schloss das Publikum das „Flintmobil“ ganz besonders ins Herz.

Auch ein Prominentenrennen gab es wieder: Gegen Organisator Dietmar Schneider trat am Sonntagmittag Oberbürgermeister Stephan Neher an. Doch beim ersten Durchgang blieb Neher wiederholt stehen und musste sogar angeschoben werden. Beim zweiten Mal wechselte er die Seifenkiste und fuhr schneller, Schneider gewann trotzdem. Auch die beiden ältesten Fahrer Heinz Bolz, 71, und Jörg Kuhn, 74, donnerten gegeneinander zu Tal – eine Erinnerung an die früheren Seifenkistenrennen, bei denen beide vor 60 Jahren schon Preise gewonnen hatten.

Eine Medaille bekam jeder mit nach Hause

Nach dem zweiten Wertungslauf ehrten Schneider und Neher die Sieger mit Pokalen. Gewinner der Juniorenklasse (8 bis 12 Jahre) war Florian Kammerer, die beiden Rottenburger Luca Schulz und Colin Pfaus belegten die folgenden Plätze. In der Seniorenklasse (12 bis 17) schaffte es Franziska Fischer am schnellsten ins Ziel, Zweiter und Dritter wurden Angelo Vaina und Marius Pflumm. Die offenen Klassen gewann Christian Fischer aus Pliezhausen. Platz zwei und drei belegten Thea Bantel und Swen Ulmer. Jeder Teilnehmer erhielt als Dankeschön eine Ehrenmedaille.

Kampf um Hundertstelsekunden mit Seifenkisten
Noch mehr Strohballen als im Vorjahr sicherten die Zieleinfahrt (Bild mit Senioren-Siegerin Franziska Fischer), doch kam es zu keinen ernsthaften Unfällen.

Auch wenn seine Walzen nur (Schaum-)Imitat waren, schloss das Publikum das „Flintmobil“ (Bild rechts) ganz besonders ins Herz. Noch mehr Strohballen als im Vorjahr sicherten die Zieleinfahrt (Bild links mit Senioren-Siegerin Franziska Fischer), doch kam es zu keinen ernsthaften Unfällen.

Bilder: Faden

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06.09.2010, 12:00 Uhr

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