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Kandidat für die Königsklasse
Trainer der Stunde in der Bundesliga: Julian Nagelsmann hat die Hoffenheimer erst vor dem Abstieg gerettet und innerhalb eines Jahres zu einer Spitzenmannschaft geformt. Foto: dpa
1899 Hoffenheim

Kandidat für die Königsklasse

Der jüngste Trainer der Bundesliga, Julian Nagelsmann, ist mit dem Klub aus dem Kraichgau auf dem besten Weg in die Champions League.

06.04.2017
  • DPA

Sinsheim. Julian Nagelsmann stellte sich nach der Pressekonferenz gut gelaunt für ein Erinnerungsfoto mit Carlo Ancelotti in Pose. Wie nach einem gelungenen Lausbubenstreich grinste der 29-jährige Erfolgscoach in die Kamera. Mit dem 1:0-Coup gegen Spitzenreiter FC Bayern München ist bei 1899 Hoffenheim eine ähnliche Euphorie ausgebrochen wie einst nach der Herbstmeisterschaft im Aufstiegsjahr 2008.

Die Tür zur Champions League steht weit offen. Abheben, da ist sich Nagelsmann sicher, wird aber keiner seiner Profis. „Die wissen auch, dass die Saison 34 Spieltage dauert. Die wollen den Weg weitergehen. Besaufen wird sich heute keiner, das kann ich ihnen sagen“, erklärte er mit Blick auf die nächste Partie am Samstag beim Hamburger SV.

Hinter den Kulissen plant der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga bereits für die ersten internationalen Auftritte. „Die Saison ist jetzt schon ein Erfolg. Die Frage ist nur, wir groß wird er am Ende?“, sagte Sportchef Alexander Rosen. Die Hoffenheimer sind optimistisch, die Abgänge der Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy zu den Bayern in der neuen Spielzeit ähnlich abfangen zu können wie zuvor jene der Top-Angreifer Kevin Volland (Bayer Leverkusen) und Roberto Firmino (FC Liverpool).

Gelungene Einkaufspolitik

Als einziger Neuzugang steht bislang der Bremer Florian Grillitsch fest. Eine Baustelle ist die Personalie Nadiem Amiri: Der hochtalentierte U-21-Nationalspieler wird auch von Clubs aus dem Ausland umworben, Hoffenheim kämpft um eine Vertragsverlängerung über 2018 hinaus.

Die gelungene Einkaufspolitik der jüngsten Vergangenheit bewiesen auch gegen die Bayern Stammkräfte wie Kevin Vogt, Benjamin Hübner und Andrej Kramaric. Der herausragende Torschütze wagte nach dem Abpfiff einen wilden Ritt auf dem Rücken von Maskottchen Hoffi in Richtung Fankurve. „Das ist einer der größten Siege in der Geschichte des Vereins“, sagte der kroatische Nationalstürmer.

Ziemlich aufgewühlt war auch Mäzen Dietmar Hopp, der sich in den Katakomben ausnahmsweise zu mehr als einem Satz hinreißen ließ. „Der Sieg ist unfassbar. Das war ein großer Schritt Richtung Europa“, sagte der Milliardär.

Die Europa-League-Teilnahme dürfte Hoffenheim kaum noch zu nehmen sein, sogar der direkte Einzug in die Champions League scheint möglich. „Wenn man auf den Kader von Borussia Dortmund schaut: Die haben unfassbar viel Qualität. RB Leipzig hat ebenfalls eine sehr, sehr gute Mannschaft“, sagte Nagelsmann, betonte aber auch: „Wir müssen auf uns gucken. Das Schönste im Leben ist doch, wenn du niemandem ausgeliefert bist und selbst den Weg zeichnen kannst. Wir müssen sehen, dass wir den Bleistift spitzen.“

Dass die TSG im 150. Bundesliga-Heimspiel ihren 100. Sieg im Oberhaus feierte, verkam zur Randnotiz am Dienstagabend. „Der Sieg ist keinesfalls ergaunert oder ermauert“, sagte Rosen nach dem ersten Erfolg gegen den Rekordmeister im 18. Anlauf. „Ein Sieg gegen die Bayern ist immer etwas Besonderes. Richtig besonders war die Art und Weise, wie die Mannschaft in der ersten Halbzeit Fußball gespielt hat.“

Keiner nimmt den Fuß vom Gas

Dass die Spieler den Fuß vom Gas nehmen, dieses Gefühl hatten weder Rosen noch Nagelsmann, der Ancelotti mit Blitzangriffen seines Teams überrascht hatte. „Heute sitzt schon ein stolzer Trainer hier“, sagte der jüngste Chefcoach der Liga. Auf Facebook und Instagram postete er altersgemäß wenige Stunden später auch ein Eurosport-Foto von sich mit dem – italienischen – Text: „29 Jahre. Gegen die Bayern: 1:1 auswärts, 1:0 zuhause.“ dpa

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06.04.2017, 06:00 Uhr

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