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Peter Strigl über die Groko-Playlist der Juso-Hochschulgruppe

Kann Justin Bieber Parteispitze und Basis der SPD versöhnen?

Bei den Oscars räumte „The Shape of Water“ dieses Jahr nicht nur den Preis für den besten Film ab, er gewann auch in der Kategorie „beste Filmmusik“. Jeder weiß, wie wichtig die musikalische Untermalung eines Films für seine Wirkung ist.

10.03.2018

Von Peter Strigl

Die Groko-Playlist der Juso-Hochschulgruppe. Screenshot: Spotify

Was wären beispielsweise die Auftritte von Darth Vader in Star Wars ohne das legendäre Thema von John Williams? Wer wissen will, wie man die Wirkung auch in ihr groteskes Gegenteil verkehren kann, schaut sich den Teletubbies-Clip auf You Tube an, der mit Joy Divisions „Atmosphere“ hinterlegt ist.

Im Normalfall hören wir gerne Musik, die unseren Stimmungen entspricht oder wir versuchen, die Stimmung damit gezielt in eine andere Richtung zu kippen. Einen Mix aus beidem hatte wohl die Juso-Hochschulgruppe vor, als sie die öffentlich sichtbare „Oh no, Groko!“ Playlist auf dem Musikstreaminganbieter Spotify erstellte.

Wie der Name schon andeutet, waren die Nachwuchssozialdemokraten nicht unbedingt in Jubelstimmung, als die Basis am Sonntag einer Großen Koalition zustimmte. Britney Spears‘ Britney Spears mit „Oops, I did it again!“ ist ihr Soundtrack zur Neuauflage. „Wir haben die Playlist erstellt, weil wir niemanden mit seinen Gefühlen allein lassen wollten“, erklärt Lukas Malcharzik von der Hochschulgruppe die Intention.

„The Show must go on“ von Queen bildet den dramatischen Auftakt und mit „Bohemian Rhapsody“ schließt die Band für die großen Emotionen auch die Playlist. „No Surprises“ von Radiohead, „I want it that way“ von den Backstreet Boys und „The Pretender“ von den Foo Fighters schlagen zwischendrin in die gleiche Kerbe des Frusts. „Hurra die Welt geht unter“ von den Sarkasmus-Rappern KIZ geht in Sachen Pessimismus sogar noch einen Schritt weiter.

Doch es gibt auch hoffnungsvollere Klänge: „Don‘t Stop Believin“ von Journey, „Imagine“ von John Lennon und „Changes“ von David Bowie beschwören ein lichteres Morgen herauf, wenn die SPD ihre „Power“ (Kanye West) zurück hat und kein „Schlechtes Vorbild“ (Sido) mehr ist.

Für einen Song zeigt Malcharzik sich ganz persönlich verantwortlich: „Sorry“ von Justin Bieber. „Auch wenn’s peinlich ist, ich feier den Song sehr.“ Ein kleiner Teil von ihm hätte gerne, dass die Parteispitze ihn performt, damit der Ärger zwischen Basis und Führung sich legt, sagt er. „Aber so leicht eine Versöhnung herbeizuführen, schafft wohl nur Justin Bieber.“ Bis dahin singt er „I will survive“ mit Gloria Gaynor, denn „Mindestens in 1000 Jahren“ (Frittenbude) wird die SPD dann hoffentlich ihren Weg („My Way“ - Frank Sinatra) gefunden haben.

Auf Facebook forderte die Hochschulgruppe übrigens ihre Fans auf, Vorschläge für weitere Songs in die Kommentare zu schreiben. Dabei heraus kam wenig Schmeichelhaftes: Constantin Pläcking vom Neckar-Studenten schlug „Jein“ von Fettes Brot vor, ein anderer Nutzer „Loser“ von Beck. Die Frage ist nur, warum angesichts der schmelzenden Umfragewerte der SPD noch niemand auf „The final Countdown“ von Europe gekommen ist.

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Erstellt:
10. März 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. März 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. März 2018, 01:00 Uhr

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