Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
„Gewisse Qualität fehlt“

Kapitän Florian Stopper und die Sieglos-Serie des Landesligisten Mössingen

2010 wechselte Florian Stopper von der TSG Balingen zur Spvgg Mössingen und erlebte dort den Landesliga-Aufstieg. Jetzt muss er das Team als Kapitän in der Liga halten. Er schildert nicht nur die Gründe für die aktuelle Misere, sondern erklärt, wie es aufwärts gehen soll.

13.11.2015
  • Moritz Hagemann

Mössingen. Die Spvgg Mössingen, das ist seit gut eineinhalb Jahren eine Wundertüte. Derzeit zeigt die Mannschaft wieder ihre schlechte Seite, hat acht Spiele nicht gewonnen. Fast wie zu Beginn der vergangenen Saison: da waren es neun sieglose Partien. „Da gibt’s schon Parallelen“, sagt Florian Stopper. Der fehlte zwar zu diesem Zeitpunkt der Vorsaison mit einem Kreuzbandriss, ist als Kapitän jetzt aber umso mehr gefragt. „Wir Führungsspieler, die nach unseren Abgängen im Sommer übrig geblieben sind, müssen noch mehr Verantwortung übernehmen“, sagt Stopper und nimmt sich auch selbst in die Pflicht. Und mit ihm Spieler wie Kevin Schneider, Co-Kapitän Sebastian Haas oder Orhan Bobic. „Sie sind ja auch schon alle lange da“, sagt Stopper.

Der jedoch wählt recht deutliche Worte, wenn es um die weiteren Gründe der sportlichen Misere geht. „Wenn ich ehrlich bin: Uns fehlt einfach auch eine gewisse Qualität.“ Vor allem die Abgänge von Max Maier (FC Rottenburg), Jan Binder (TSG Tübingen) und Yasin Yilmaz (TSG Young Boys Reutlingen) wiegen schwer. Deshalb sagt Stopper: „In der Winterpause muss schon was passieren!“ Der Kader brauche mehr Qualität – auch in der Breite. „Die Spieler, die aktuell immer spielen, brauchen mehr Druck“, sagt Stopper. Die jungen Spieler, von denen die Mössinger reichlich haben, brauchen noch Zeit. „Man hat vielleicht gedacht, dass die Spieler einen Schritt weiter sind und sich deshalb schneller in der Landesliga akklimatisieren“, glaubt Stopper.

Der 27-Jährige hat auch ein wenig Unruhe im Umfeld ausgemacht. Aber das, so sagt Stopper, seien Stimmen, „die schon von ziemlich weit weg kommen“. Von der Vereinsführung erhalte die Mannschaft und auch Trainer Patrick Kaupp die volle Unterstützung. „Er ist der Richtige“, sagt Stopper über den Trainer. Doch Patrick Kaupp ist ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Keiner, der über die emotionale Schiene kommt. „Aber er kann schon auch auf den Tisch hauen“, sagt Stopper. Jeder Trainer brauche seinen eigenen Weg. Auch deshalb fordert der Kapitän, dass nicht jeder Spvgg-Coach mit Bernd Bauer verglichen werden darf, der die letzte erfolgreiche Mössinger-Ära prägte.

Punkt in Zimmern „ein Zeichen nach außen“

Das 1:1 zuletzt beim SV Zimmern beendete immerhin die Niederlagen-Serie – ein erster Schritt. „Von der Tabellensituation hat uns das aber nicht viel weiter gebracht“, sagt Stopper, der den Punktgewinn eher als „Zeichen nach außen“ versteht: Mössingen lebt noch. Besonders die kämpferische Einstellung sei in Zimmern stark gewesen. Er glaube, sagt Stopper, dass die Mannschaft diesbezüglich auf dem richtigen Weg sei. Mit Ausnahme des Debakels in Nehren (0:6) habe keine Mannschaft die Mössinger an die Wand gespielt: „Wir waren oft nah dran, haben halt mehrmals dumme Tore kurz vor Schluss kassiert.“

Nur eines, so der 27-Jährige, dürfe nicht passieren: der Abstieg. „Für den Verein ist es wichtig, in der Landesliga zu spielen – auch für das Umfeld.“ Das Beispiel FC Rottenburg, der sich nach dem Landesliga-Abstieg schnell zurück gekämpft hatte, sei demnach keines. Stopper: „Das wäre der falsche Weg.“

Kapitän Florian Stopper und die Sieglos-Serie des Landesligisten Mössingen
Florian Stopper (rechts) gegen Tübingens Jonas Frey. Bild: Ulmer

Bei neun Punkten Rückstand auf einen direkten Nichtabstiegsplatz ist der Druck in Mössingen jetzt schon groß. Bei Aufsteiger Croatia Reutlingen wartet am Sonntag (14.30 Uhr) ein Schlüsselspiel. Denn die Reutlinger stehen aktuell auf dem Relegationsplatz. „Der Abstand nach vorne darf nicht größer werden“, sagt Mössingens Kapitän Florian Stopper. „Darin liegt die Gefahr für uns.“ Dieses Spiel, so glaubt der 27-Jährige, werde die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben. Und zuletzt schwächelten auch die Reutlinger, verloren ihre letzten vier Spiele. Die Bilanz aus Bezirksliga-Zeiten spricht für Mössingen: vier Spiele, drei Siege. Gegen Croatia Reutlingen gewann die Spvgg 2012 im Elfmeterschießen mit 5:4 außerdem den Bezirkspokal.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball