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Silber ist wie der Titel

Karate: Seebronner wird Vizeweltmeister

Chandrasiri Hewa Dehigahawaththage ist vergangenes Wochenende trotz eines gebrochenen Fingers ins Finale der Karate-WM eingezogen. Für den 44-jährigen Seebronner der größte Erfolg seiner Karriere.

10.12.2014
  • itz

Seebronn/Budapest. Im September hatte das TAGBLATT bereits über Chandrasiri Hewa Dehigahawaththage berichtet. Wie er aufstieg, vom Baggerfahrer in Sri Lanka zum deutschen Meister im Karate. Jetzt hat der Einwanderer nochmals einen draufgesetzt: Vizeweltmeister in seiner Altersklasse – und das trotz eines gebrochenen Fingers. Den Daumen der rechten Hand hatte es zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft im Training erwischt. „Ich habe nie daran gedacht auf die WM zu verzichten“, sagte der 44-Jährige, „selbst mit zwei kaputten Fingern wäre ich angetreten“, sagt der Mann mit dem langen Namen.

Also machte er sich auf die Reise: von Stuttgart nach Budapest. Per Flugzeug. „Das war mein erstes großes Event, da wollte ich hinfliegen“, schilderte Dehigahawaththage seine Unternehmungen. Ein Teil des 30-köpfigen deutschen Trosses bewältigte die Strecke mit dem Auto. Seinen Flug musste der in Seebronn lebende Kämpfer selbst bezahlen. Und auch das Taxi, das ihn vom Flughafen ins Hotel Korona im Budapester Westen brachte. „Insgesamt war das eine tolle Erfahrung“, sagte der Vize-Weltmeister in der Stilart Kata.

Am Ende nahm er eine Silbermedaille mit – die hatte aber zumindest einen goldenen Glanz. Denn im Finale verlor Dehigahawaththage gegen seinen deutschen Teamkollegen Marco Eisele. Gegen den hatte er Mitte November beim internationalen Turnier in Heilbronn im Finale noch deutlich mit einer 5:0-Wertung gewonnen. „Normal schafft es mit meiner Verletzung nicht ins Finale“, sagte Dehigahawaththage, „deshalb bin jetzt auch einfach nur stolz und glücklich.“ Der Arzt hatte den rechten Daumen mit einer Plastikmanschette fixiert, doch der 44-Jährige musste diese auf der Matte ablegen: „Es ist nicht erlaubt damit zu kämpfen.“ Vor allem Dynamik habe ihm deshalb gefehlt. Und dennoch kam es nicht infrage, mit Tabletten gegen den Schmerz anzukämpfen. „Das mache ich prinzipiell nicht.“

Jedenfalls hat Dehigahawaththage nun einen weiteren Pokal und eine weitere Medaille in seiner Sammlung. Und der Erfolgshunger ist immer noch da: „Ich hoffe, dass ich für Deutschland weitere Medaillen holen kann.“ Im kommenden Sommer wird sich der 44-Jährige auf diversen Camps zudem auch der Nachwuchsarbeit widmen.

Karate: Seebronner wird Vizeweltmeister
Zwei Deutsche auf dem Podest: Sieger Marco Eisele, links neben ihm der Vize-Weltmeister aus Seebronn, Chandrasiri Hewa Dahigahawathage. Privatbild

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10.12.2014, 12:00 Uhr

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