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Karfreitagsprozession fällt im Jubiläumsjahr aus
Die Karfreitagsprozession im vergangenen Jahr lief noch wie gewohnt ab. Foto: Raimund Weible
Brauchtum

Karfreitagsprozession fällt im Jubiläumsjahr aus

Italienische Katholiken sagen Traditionsveranstaltung aus organisatorischen Gründen ab.

28.03.2018
  • INGRID SACHSENMAIER

Stuttgart. Die Karfreitagsprozession der italienischen Christen im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt hat Tradition. 1978 stellten sie zum ersten Mal die sogenannte „Via Crucis“ nach – deutschlandweit eine Premiere. Laienschauspieler schlüpften Jahr für Jahr in Kostüme und stellten die Kreuzigung Christi dar. Doch just im Jubiläumsjahr 2018 fällt die szenische Prozession aus.

Über die Gründe halten sich die Veranstalter bedeckt. Nur so viel: Es habe organisatorische Probleme gegeben, erklärt Gemeindereferentin Sonia Cussigh, seit Anfang an Hauptkoordinatorin der Prozession. Genauer definiert sie diese nicht. Sie bedauere die Absage jedenfalls sehr, so Cussigh.

Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass sich Regisseur Angelo Attademo nach 20 Jahren zurückgezogen hat – wohl aus Zeitgründen. Seinen Weggang soll er bereits 2017 angekündigt haben. Die Schauspieler – rund 70 Komparsen gehören zu der Produktion – wollten das Ganze daraufhin zunächst allein stemmen, die Priester der vier beteiligten Kirchen hielten das jedoch offenbar für nicht vernünftig. Warum für die Jubiläumsveranstaltung kein neuer Regisseur gefunden wurde, ist unklar. Jedenfalls sollen auch andere aus dem rein ehrenamtlichen Team – neben den Komparsen sind viele weitere Helfer an der Organisation beteiligt – nach dem Rückzug Attademos ausgestiegen sein.

„Machen nur eine Pause“

Oder gab es interne Querelen? Davon will Padre Daniele von der katholischen Gemeinde San Giorgio, die bei der Prozession all die Jahre mitgewirkt hat, nichts wissen. „Wir machen nur eine Pause“, betont er. Manchmal tue eine Pause gut, danach könne es anders oder besser weitergehen. Schon im nächsten Jahr soll die Traditionsveranstaltung wieder stattfinden.

Mit der Prozession in Stuttgart knüpften die Italiener an eine Tradition aus ihrer Heimat an. Pater Luigi Canesso hatte das Event 1978 auf Drängen seiner Landsleute ins Leben gerufen und bei der Ortsbehörde genehmigen lassen. In den Anfangsjahren waren die jeweiligen italienischen Gemeindepfarrer auch die Regisseure. Zirka 13 500 italienische Katholiken gibt es laut Padre Daniele in Stuttgart. Sie gehören zu den vier Gemeinden San Giorgio (Stadtmitte), Buon Pastore (Stammheim), Christo Re (Vaihingen) und San Martino (Bad Cannstatt). Alle vier richteten bisher gemeinsam die Karfreitagsprozession aus. Stets säumten dabei Hunderte Zuschauer die Straßen. Ingrid Sachsenmaier

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28.03.2018, 06:00 Uhr

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