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Meister des Wassers sagt ade

Karl-Heinz Schach nach 38 Jahren im Amt offiziell verabschiedet

Für die Vertreter des Zweckverbandes Nordstetter Wasserversorgungsgruppe war dies allesamt ein Novum: einen Wassermeister verabschieden zu müssen. Karl-Heinz Schach, der Meister des kostbaren Gutes in 13 Ortsteilen und Gemeinden, gibt seine verantwortungsvolle Aufgabe weiter. Nach 38 Jahren geht er in Ruhestand.

08.04.2016
  • Gerd Braun

Horb. Adrett in Anzug, Hemd und Krawatte gekleidet, passte Karl-Heinz Schach im Gasthaus Waldeck eher zum Bild als noch eine Stunde zuvor in der Umgebung, in der er rund 38 Jahre lang gewirkt hat. Dort nämlich trug Schach eher selten festlichen Zwirn. Seinen Auftritt inmitten von Bürgermeistern und anderen Vertretern lokaler Politik meisterte Karl-Heinz Schach aber auch im gepflegten Outfit souverän.

Bei der Führung durch das Pumpwerk Egelstal, wo Schach auch direkt angrenzend lebt, erklärte er kompetent und nachvollziehbar, wofür diese Schlüsselstelle der Wasserversorgung in der Region steht: Für höchste Qualität bei der Bereitstellung des Nahrungsmittels Nummer eins. Wasser höchstmöglicher Güte zu mischen und bereitzustellen, selbst unter schwierigen Bedingungen.

Ohne Technik, das war selbst dem Laien spätestens beim Gang durchs Pumpwerk klar, geht bei der Wasserversorgung nichts. Und dabei spielen die Computer in den Büroräumen am Eingang nur einen Part bei der Rollenverteilung. Nicht nur für die Pumpen ist nämlich Strom unentbehrlich. Sicher, meinte Schach, es habe Stromunterbrechungen gegeben in den 38 Jahren seiner Tätigkeit – „aber das war nie so lange, dass es Probleme gegeben hätte.“ Sowieso weiß Schach unglaublich viel zu erzählen aus den annähernd vier Jahrzehnten seines Berufslebens. Beispielsweise sank in den 1960er-Jahren aus zunächst unerklärlichen Gründen die Menge des von den Bürgern abgenommenen Wassers deutlich ab. Was sich erst später als Ursache herausstellte: Damals hielten flächendeckend die längst selbstverständlichen Wasseruhren in den Haushalten Einzug. Während bis dahin durchaus noch nach Vieheinheiten – Pferd, Ochs, Schaf – der Wasserbezug abgerechnet worden war, lief plötzlich ein Zähler, der die Menge exakt dokumentierte. Dies hat die Leute offensichtlich direkt zum massiven Einsparen von Wasser animiert, wie eine Grafik, die noch heute im Pumpwerk hängt, sichtbar belegt.

An einen Alarm größerer Dimension kann sich Schach auch noch erinnern. Einmal sei zwischen Horb und Empfingen ein Tankwangen umgekippt – und da war das Ausmaß des Unglücks zunächst nicht genau einschätzbar. Die Alarmierung erfolgte aber natürlich prophylaktisch – wobei glücklicherweise zeitnah Entwarnung gegeben werden konnte.

Was Karl-Heinz Schach noch aus eigener Erinnerung weiß, ist die Errichtung des Nordstetter Wasserturms. Das Gebäude, das die meisten schon heutzutage als Wahrzeichen des Horber Stadtteils kennen, fertiggestellt im Jahre 1983. Zu dieser Zeit bekleidete Schach bereits fünf Jahre das Amt des Wassermeisters, das vor ihm schon dessen Großvater und dessen Patenonkel im Egelstal innegehabt hatten. Davor – zwischen 1966 und ‘69 – absolvierte er eine Ausbildung zum Elektriker in Rottenburg und war zwischen 1973 und ‘78 als Außendienstmitarbeiter für die Firma AEG in Anstellung.

Seit dem 1. Juni 1978 war Schach für die tägliche Wasserversorgung von inzwischen rund 14000 Menschen in der Region verantwortlich. „Sie waren Wassermeister aus Passion“, würdigte ihn Peter Rosenberger, Horber Oberbürgermeister und Vorsitzender des Wasserzweckverbandes, Schachs Verdienste bei dessen Verabschiedung. Und: „Die Wertschätzung für das Trinkwasser war immer das Höchste für Sie!“

Für die 45 Kilometer Leitungsnetz-Länge und die jährlich 570000 Kubikmeter einzuspeisenden Wassers für die Menschen in Ahldorf, Betra, Dettensee, Isenburg, Mühringen, Nordstetten, Empfingen, Dommelsberg, Wiesenstetten, Bad Imnau, Trillfingen, Bierlingen und Felldorf wird in Zukunft Uwe Vögele aus Dettingen verantwortlich sein. Der neue Wassermeister wurde bereits seit Beginn des Jahres von Karl-Heinz Schach eingearbeitet. Und wenn Schach nicht mit seiner Frau Brigitte seinem neuen Hobby – Camping im Wohnmobil – nachkommt, wird er auch weiter einmal wöchentlich in Rufbereitschaft sein.

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08.04.2016, 01:00 Uhr

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