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Katastrophen

Karlsruher stellt Gesamtbilanz auf

Erdbeben, Überflutungen, Vulkanausbrüche: Ein Karlsruher Wissenschaftler hat eine Schadensbilanz für die vergangenen 115 Jahre gezogen.

19.04.2016
  • DPA

Karlsruhe/Wien. Naturkatastrophen haben nach Berechnungen eines Karlsruher Forschers seit dem Jahr 1900 weltweit rund acht Millionen Menschen getötet. Der wirtschaftliche Schaden summiere sich auf mehr als sieben Billionen US-Dollar, teilte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gestern mit. Das sind 7000 Milliarden Dollar, umgerechnet 6200 Milliarden Euro. Der Geophysiker James Daniell habe für seine Arbeit mehr als 35 000 Katastrophenereignisse im Zeitraum zwischen den Jahren 1900 und 2015 ausgewertet. Seine Ergebnisse stellte Daniell gestern bei der Jahresversammlung der interdisziplinären Forschungsgesellschaft "European Geosciences Union" in Wien vor.

Die höchste Zahl an Todesopfern gab es Daniells Angaben zufolge bei einem katastrophalen Hochwasser in China im Jahre 1931, bei dem rund 2,5 Millionen Menschen starben. Ein Tsunami im Indischen Ozean 2004 tötete rund 230 000 Menschen, der Zyklon "Nargis" 2008 in Myanmar rund 140 000. Bei Erdbeben starben auf der ganzen Welt seit 1900 insgesamt rund 2,23 Millionen.

Den größten wirtschaftlichen Schaden richtete das Tohoku-Erdbeben mit Tsunami und der anschließenden Atomkatastrophe in Japan im Jahre 2011 an. Forscher Daniell kommt allein für dieses Ereignis auf 335 Milliarden Dollar (296 Milliarden Euro) direkte Schäden. 18 500 Menschen starben, insgesamt 450 000 wurden obdachlos.

Oft sei es unmöglich, eine genaue Zahl für ein Ereignis zu erhalten, da Schäden schwierig zu schätzen seien. Todeszahlen werden nach den Erkenntnissen des Wissenschaftlers zunächst häufig überschätzt, zum Beispiel beim Erdbeben in Haiti 2010, oder unterschätzt, wie beim Beben in Usbekistan 1966.

"Die absolute Zahl der jährlichen Toten durch Naturkatastrophen ist über die Jahre hinweg leicht gesunken - in Relation zum Bevölkerungswachstum sogar deutlich", erläutert Daniell. Grund sei eine bessere Vorbereitung der Menschen auf solche Ereignisse.

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19.04.2016, 06:00 Uhr

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