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Zeit für den perfekten Lauf

Karoline Sauer startet bei der Jugend-DM über 400 Meter Hürden

2014 war bisher das Jahr der Hürdensprinterin Karoline Sauer vom TSV Gomaringen. Heute, an ihrem 17. Geburtstag, läuft sie bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid.

09.08.2014
  • Michael Sturm

Gomaringen. Karoline Sauer wird ihr Glücksschwein, das sie von einer Freundin bekam, vor lauter Nervosität ordentlich durchgeknetet haben: Gestern Abend, nach Redaktionsschluss, lief die Gomaringerin ihren Vorlauf über 400 Meter Hürden bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten unter 18 Jahren im Wattenscheider Lohrheidestadion. Ihr klares Ziel ist der Endlauf der besten Acht: „Das erwarte ich schon von mir“, sagt Karoline Sauer.

Alles andere als der A-Lauf wäre eine Enttäuschung – im Juni, bei den Regio-Meisterschaften in Neckartenzlingen, ist sie mit 62,42 Sekunden die bundesweit fünftschnellste Zeit ihres Jahrgangs gelaufen. Eine Woche später lief sie eine weitere 62‘er-Zeit. „In den letzten Wochen war‘s dann nicht so ideal“, sagt sie. Soll heißen: 63‘er Zeiten. Immerhin, so Karoline Sauer, sei sie in keinem ihrer Rennen von der jeweiligen Siegerin abgehängt worden.

Die 400 Meter Hürden sind alles andere als eine einfache Disziplin. Dennoch sind gerade junge Athleten aus dem Raum Tübingen darin erfolgreich: Jackie Baumann startete bei den U 20-Weltmeisterschaften, Karoline Sauer und der Mössinger Tim Holzapfel (siehe Kasten) qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften. „Man kennt sich“, sagt Karoline Sauer. Der Erfolg der anderen pushe sie auch. Gibt es auf der Laufbahn Rivalitäten? „Wer besser ist, ist besser“, sagt die Gomaringerin. Aber es gebe durchaus mal Unsympathen auf der Nebenbahn. Da denke sie sich dann schon: „Dir will ich‘s zeigen!“, gesteht Karoline Sauer freimütig.

Für die Leichtathletik wurde sie als Grundschülerin entdeckt: Zusammen mit ihrer Mutter absolvierte sie das Sportabzeichen auf dem Gelände des TSV Gomaringen – für den sie seither startet. Sie begann als Mehrkämpferin: „Ich habe alles ausprobiert. Laufen und Springen ging. Beim Werfen war aber schnell klar: Da bin ich untalentiert“, sagt sie. Auf den Gedanken, den Verein zu wechseln, komme sie gar nicht: das liegt auch an ihrem Trainer Alexander Seeger, nebenbei auch noch Disziplintrainer des DLV für die 100 und 200 Meter der Frauen. „Er macht sehr viel für mich“, sagt Karoline Sauer.

Vor einiger Zeit machte sie noch gern Hochsprung. Nach Rückenproblemen sattelte sie vorletztes Jahr auf die „Langhürden“ um. Der 100-Meter-Sprint sei nichts für sie. Die 400 Meter flach kämen ihr immer sehr lang vor „und für die 100 Meter Hürden fehlt mir die Frequenz.“

An den 400 Meter Hürden reizt es Karoline Sauer, dass „die nächste Hürde gleich im Blick“ ist. Zwischen den Hürden braucht sie 16 Schritte und wechselt mit der Landung aufs andere Bein. Nach fünf Hürden lasse meistens bereits die Kraft nach. Dann mache sie einen Schritt mehr zwischen den Hürden „und ich versuche, dabei nicht zu trippeln.“ Das passiere, wenn man merke, dass die Hürde noch zu weit weg ist und sich nicht traue, so früh abzuspringen: „Wenn man das zu spät merkt, bremst man und das kostet Kraft.“

Den optimalen Lauf habe sie erst einmal geschafft – im Juni in Neckartenzlingen. Es wäre also wieder Zeit für das nächste perfekte Laufgefühl. Am besten heute, bei den Deutschen Meisterschaften.

Karoline Sauer startet bei der Jugend-DM über 400 Meter Hürden
Läuft die 400 Meter lieber über Hürden als flach: Karoline Sauer. Bild: TSV Gomaringen

Tim Holzapfel von der LG Steinlach qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften mit der bundesweit besten Zeit seines Jahrgangs: 54,6 Sekunden. Dennoch kann der 17-Jährige nicht an den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid teilnehmen: „Ich habe nach einer Kapselverletzung am Zeh fünf Wochen lang nicht trainieren können“, sagt Holzapfel. Seine Zeiten waren in dieser Saison konstant. Im Vergleich zur letzten Saison verbesserte er sich um vier Sekunden. „In Wattenscheid wollte ich eine neue Bestzeit laufen“, so Holzapfel, der seinen Augenmerk bereits auf kommende Saison legt: „Da will ich unter die besten Drei laufen.“ Etwas weiter weg, aber dennoch ein großes Ziel: Die U 20-WM in zwei Jahren. Ein Handicap dabei: „Ich bin ziemlich verletzungsanfällig.“ Vor- und Endläufe der DM werde er sich im Netz anschauen. Als Saisonabschluss will er noch einen Mehrkampf absolvieren.

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09.08.2014, 12:00 Uhr

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