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Förster sorgen sich

Kartellamtsverfahren im Gomaringer Rat

Im Gomaringer Gemeinderat findet das Verfahren des Kartellamts gegen die gebündelte Vermarktung von Nadelstammholz keine Befürworter. Zwei Förster schilderten am Dienstag ihre Bedenken.

23.10.2014
  • jon

Gomaringen. „Wenn man sonst kein Problem hat, macht man sich eben eines“, fasste Bürgermeister Steffen Heß die Lage zusammen. Durch ein Verfahren des Kartellamts, das auf Drängen von baden-württembergischen Sägewerksverbänden eröffnet wurde, werde die seither „gute Vermarktungsstruktur“ zerschlagen.

Forstamtsleiter Alexander Köberle und Revierförster Reinhold Gerster waren in den Ratssaal gekommen, um frühzeitig über das Veränderungspotenzial zu informieren. Das Kartellamt wolle eine andere Definition des Holzverkaufs durchsetzen. Bisher galt: Der Verkauf beginnt dann, wenn das Holz aufgenommen ist und zum Abtransport daliegt. Für das Amt beginnt der Verkauf bereits, wenn der Förster beginnt, die zu fällenden Bäume auszuzeichnen.

Die Vorbereitung werde als kartellrechtsrelevant gesehen. Dadurch würden sich krasse Veränderungen ergeben, indem der Staatswald in einem eigenständigen Forstbetrieb organisiert werde. Was für die Kommunen zu einer Reduzierung des Personals führe. Außerdem werde für die Betreuungsangebote eine Vollkostenrechnung verlangt. Durch die Änderungen werde die Verwaltung wesentlich verteuert, meint Köberle. Und der kleine Privatwald werde „hinten numschnappen“, prognostiziert Gerster. Weil er sich „vorne und hinten“ nicht trage.

Im Gebiet der Realteilung sind die Wald-Parzellen oft nur handtuchgroß. Im Kreisgebiet gibt es 3000 Hektar Privatwald mit 10.000 Besitzern. Was geschieht, wenn diese Waldstücke von Käfern befallen sind und kein Fachpersonal sich kümmert? Und wie wird es mit der Verkehrssicherung oder der Waldpädagogik bestellt sein? Die Zersplitterung, die 2017 in Kraft treten soll, könne dem Forst nicht gut tun. Immerhin gebe es beschlossene Forsteinrichtungspläne und Waldnaturschutzkonzepte.

Ein Schlusswort sprach Heß: Man könne sich, mit dem Verfahren und seinen Auswirkungen konfrontiert, „um es vorsichtig zu formulieren, nur an den Kopf langen.“

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23.10.2014, 12:00 Uhr

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