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Gesundheitsakte

Kassen preschen voran

23.03.2018

Von HAJO ZENKER UND IGOR STEINLE

Welche verschreibungspflichtige Medikamente nimmt ein Patient? Das sollte ein Arzt wissen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin. Viele Akteure im deutschen Gesundheitswesen wollen nicht mehr darauf warten, bis der Staat ihnen endlich eine zeitgemäße Infrastruktur zur Verfügung stellt. Allen voran gehen die Krankenkassen mit eigenen Lösungen für eine digitale Gesundheitsakte.

So hat erst vor wenigen Tagen die AOK am Stettiner Haff ein Pilotprojekt gestartet, mit dem Hausärzte und die Klinik in Ueckermünde digital verbunden werden. Beteiligte Krankenhäuser können Aufnahmen und Entlassungen regeln oder Dokumente mit niedergelassenen Ärzten austauschen. Außerdem können Patienten eigene Dokumente wie den Organspendeausweis oder Mutterpass hochladen. Zum Teil besteht auch die Möglichkeit, den Medikationsplan oder Labordaten digital einzusehen und sogar Termine mit Kliniken und Ärzten zu vereinbaren.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) hat die Geduld mit den Politikern in Berlin verloren und sich in ein nachgewiesen erfolgreiches Projekt eingekauft: IBM hat bereits die zentrale dänische Gesundheitsakte entwickelt. Dort werden im Monat 1,7 Millionen Zugriffe verzeichnet für Daten, die bis in das Jahr 1977 zurückreichen. Nun jedenfalls sollen ebenfalls als IBM-Projekt die Versicherten der größten deutschen Krankenkasse noch in diesem Jahr über Browser oder App Zugriff auf eine elektronische Patientenakte bekommen, wenn sie wollen. Kernfunktion der TK wird eine Versichertenhistorie sein, in die sowohl Abrechnungen über verschreibungspflichtige Medikamente als auch rezeptfreie Arzneien aufgenommen werden können. Auch kann die gesamte Behandlungshistorie gespeichert werden.

TK und AOK werden mit ihren Projekten nicht allein bleiben. Unions-Gesundheitsexpertin Karin Maag betont, dass die Lösungen der einzelnen Kassen mit der zentralen Patientenakte kompatibel sein müssen – falls es die denn jemals geben sollte. Hajo Zenker und Igor Steinle

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Erstellt:
23. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2018, 06:00 Uhr

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