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Ganz oder gar nicht

Katapulte der Studenten der Dualen Hochschule im Praxistest

Zehn Wochen hatten die 70 Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart Campus Horb Zeit, um ihm Rahmen der Vorlesung Projektmanagement ein Katapult zu entwerfen und zu bauen. Auf dem Festplatz wurde gestern die Funktionsfähigkeit der zehn unterschiedlichen Katapulte getestet. Nur wer beide Disziplinen bestand, bekam zehn Punkte. Für die Verlierer hieß es Null-Punkte im Praxistest.

12.11.2015
  • Sara Vogt

Horb. „Wir sind ganz ruhig, aber nicht auf Dauer“, sagt Professor Dr. Ulf Müller. Schon seit einigen Minuten hängen die Team-Mitglieder über ihrem Katapult. Zwei der drei Versuche hat das sechsköpfige Team schon verschossen. Der eine Schuss macht nun den Unterschied: Wenn der nicht das Ziel trifft, sind die zehn Punkte verloren und der ganze Aufwand war umsonst.

Acht Hände ziehen und zerren am Katapult, das die Gruppe in rund 20 Stunden konzipiert und zusammen gebaut hat. Die Arbeitszeit für den dazugehören Bericht nicht mit eingerechnet. Die Studentinnen Maren Rehnelt und Tanja Teichmann wollten sich eigentlich beim Abschuss zurückhalten. Jetzt sind sie doch vorne an der Front. Die 70 Studenten und die beiden Dozenten Müller und Prof. Dr. Katja Stamer warten auf den entscheidenden Schuss der letzten Gruppe. Bis jetzt hat es nur eine Gruppe, der 10 teilnehmenden nicht geschafft und muss die Null-Punkte im Praxistest akzeptiere.

Drei Versuche haben die Studenten, das Ziel zu treffen. Nur wenn diese Disziplin geschafft wurde, haben sie drei weitere, um die Zehn-Meter-Marke beim Weitschuss zu knacken – zweimal, sonst gehen alle 10 Punkte verloren und nur der Bericht wird in die Endnote gerechnet.

Das Team von Rehnelt und Teichmann hat sich dazu entschlossen, die Höchstmaße 50 auf 50 Zentimenter voll auszunutzen. Mit Stangen, Schnüren und einem Gymnastikband funktioniert ihr Katapult. Volle Konzentration: Die Gruppe ist zum Abschuss bereit. Der Hebel wird gezogen. Das Holzstück fliegt und landet voll im fünf Meter entfernten Zielkreis.

Erleichterung, aber noch keine Zeit zum Entspannen. Jetzt müssen noch die zwei Weitschüsse sitzen. Wieder stürzten sich alle vier auf das Katapult und verändern den Spannmechanismus, um den Holzklotz über die zehn Meter zu bekommen. „Uh, das geht zu hoch“, kommentiert Müller. Doch weit gefehlt, kurz nach der Zehn-Meter-Marke schlägt das Geschoss ein. Auch der zweite Schuss sitzt. Die zehn Punkte sind gerettet.

Die drei Kurse des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen wurden in zehn Projektgruppen aufgeteilt. Das Katapult sollte nicht mehr als 10 Euro kosten und durften die vorgeschriebenen Maße nicht überschreiten.

Müller bewertete die Katapulte nach folgenden Kriterien: Katapult hat Räder, Material, Maße, zwei Weitschüsse und ein Zielschuss. Mit Hilfe des Projekts sollen die Studenten die Herausforderung im Projektmanagement kennenlernen und Erfahrungen in der Dokumentation sowie in der Zusammenarbeit im Team sammeln.

Gruppe 10 hatte noch mal Glück gehabt, in letzter Sekunde schafften sie den Zielkreis mit einem Meter Durchmesser zu treffen. „Das nächste Mal müssen wir noch ein Zeitfenster festlegen“, sagte Müller bei der Abschlussbesprechung in Richtung Gruppe 10. „Das hat zu lange gedauert. Ich denke an 15 bis 20 Sekunden vom Start bis zum Abschuss.“

Im Gegensatz zum Katapult der Gruppe 10, war das der Gruppe 4 sehr filigran. Auch sie verwendete ein Gummiband in ihrer Konstruktion. „Wir haben auch Materialien aus dem Baumarkt genommen. Es besteht aus Holz, Aluminium und Gummi“, erzählt Markus Frey. Das siebenköpfige Team hat sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Vier kümmerten sich um die Projektentwicklung, drei um den Bau. Frey war im Bauteam. Die Schwierigkeit bestand darin, den Bedienhebel so einzustellen, dass die erforderlichen Flugweite von fünf Meter und zehn Meter erreicht werden kann. Einige Testläufe waren erforderlich, aber diese haben sich gelohnt. Ein Schuss – und der Zielkreis wurde getroffen, zwei weitere und die Weitschüsse konnten abgehakt werden.

Das einzige Team, das es nicht schaffte, war Gruppe 7. Mit Null-Punkten im Praxistest müssen sie nun versuchen, mit dem theoretischen Teil die Note auszugleichen. Maren Rehnelt, aus Gruppe 10 und Studierendenvertreterin, setzte sich für die Kommilitonen ein und fragte, ob die Gruppe es nicht nochmal versuchen könnte. „Sonst ist das ja so, als hätten sie es gar nicht gebaut“, argumentiert sie. Die beiden Professoren schüttelten den Kopf: „Mir blutet das Herz“, antwortete Katja Stamer.

Katapulte der Studenten der Dualen Hochschule im Praxistest
70 Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen fertigten zehn Katapulte an. Bilder: sav

Katapulte der Studenten der Dualen Hochschule im Praxistest
Acht Hände waren nötig, um das Katapult so einzustellen, dass es die nötige Reichweite erreichte. Gruppe 10 schaffte es beim letzten Versuch.

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12.11.2015, 12:00 Uhr

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