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Kaufprämien für Elektroautos?
Das Netz für Stromtankstellen soll größer werden. Foto: dpa
Schon 2009 kam der Fahrzeugverkauf mit Zuschüssen in Schwung

Kaufprämien für Elektroautos?

Die Autoindustrie hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Abgaskrise kratzt am Image, beim Thema Elektromobilität rührt sich wenig. Hilft der Staat?

27.04.2016
  • DPA

Berlin. Von der Kanzlerin weiß man, dass sie mal Golf fuhr. Mit Verbrennungsmotor. Doch die Zeiten ändern sich. Angela Merkel hat ihren Golf längst verkauft, und die deutsche Autobranche muss aufpassen, dass sie bei den Antrieben der Zukunft wie der Elektromobilität nicht hinterherfährt. Weil es um 800 000 Jobs geht, ist auch die Politik alarmiert. Nun dürfte es zu Staatshilfen kommen.

Wird es Kaufprämien für E-Autos geben? Es sieht ganz danach aus. Im Gespräch sind 4000 bis 5000 Euro für reine E-Autos und 3000 Euro für Hybride mit ergänzendem Verbrennungsmotor. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will, dass sich Steuerzahler und Autoindustrie die möglichen Förderkosten von 1,2 Mrd. EUR 50:50 teilen.

Wann könnten Prämien ausgezahlt werden? Noch in diesem Jahr, wenn Kabinett und Haushaltsausschuss zustimmen. Die Prämien könnten dann 2018 auf 3000 EUR für reine "Stromer" und 2000 EUR für Hybride gesenkt werden. Zudem könnte das Windhundverfahren gelten: Prämien nur so lange, wie Geld im Fördertopf ist. Das war bei der Abwrackprämie nach der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 zuerst auch so. Generell soll es Prämien nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60 000 EUR möglich sein.

Wie hoch wären die Gesamtkosten für den Staat? Der Bund müsste bis zu eine Milliarde Euro zusätzlich aufbringen. Finanziert werden könnte alles über den Energie- und Klimafonds. Die Grünen, die für mehr Klimaschutz Kaufprämien unterstützen, möchten Besitzer von PS-Boliden und "Spritschluckern" zur Finanzierung zur Kasse bitten.

Was soll den E-Auto-Absatz noch mehr ankurbeln? Reine E-Autos sollen - befristet für Käufe bis Ende 2020 - zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Wenn E-Auto in der Firma aufgeladen werden, soll das nicht als geldwerter Vorteil gelten. Bei Pkw-Beschaffungen sollen Ministerien und Behörden zudem ab 2017 einen E-Auto-Anteil von 20 Prozent einhalten. Auch das Ladenetz soll wachsen.

Warum will der Staat den Konzernen helfen? Die Autoindustrie ist eine deutsche Schlüsselbranche mit 800 000 Arbeitsplätzen und 370 Mrd. EUR Jahresumsatz. Geraten die Autobauer unter Druck, kann das der Kanzlerin nicht egal sein. Dazu kommt, dass die Regierung von ihrem eigenen Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen, weit entfernt ist. Im Vorjahr waren es nur 25 500, dazu 130 000 Hybride - bei 45 Mio. Pkw.

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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