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Feiern bis tief in die Nacht

Kaum Deutsche beim türkisch-deutschen Frauenabend

Über 150 türkische Frauen und Kinder feierten am Samstagnachmittag beim 1. Frauen-Abend in der Zehntscheuer. Geplant war allerdings ein interkulturelles Fest. Es kamen aber kaum deutsche Frauen.

28.03.2011

Von Nevnur Cetinkaya

Rottenburg. Während die Frauen sich bei türkischer Pop- und Folkloremusik amüsieren konnten, wurden manche Männer am Samstagabend zum Hausmann und Babysitter für ihre Kinder. Veranstalter des Abends waren der Türkisch-Deutsche Freundschaftsverein sowie der erst vor einem Jahr gegründete türkische Kultur und Sportverein. Ziel sei es, das Zusammenkommen der Bevölkerung untereinander zu ermöglich, um die Integration in Deutschland zu verbessern, sagte Hatice Güney in ihrer türkischen wie auch deutschen Begrüßungsrede.

Pop und Folklore liefen am Samstagabend in der Zehntscheuer beim Frauenfest. Einziger Mann war der Alleinunterhalter am E-Piano. Bild: Faden

Organisatorinnen des Abends waren die 29-jährige Mehtap Gürcan aus dem Frauenvorstand des türkischen Kultur- und Sportvereins und Hatice Güney sowie Ulkü Uray vom Frauenvorstand des Türkisch-Deutschen Freundschaftsvereins. Innerhalb von drei Monaten und mithilfe türkischer Geschäftsleute als Sponsoren für die Tombola stemmten sie das Fest. Die Grundidee war, dass deutsche und türkische Frauen übers Reden, Lachen, Essen und Tanzen zu einander finden sollten.

Tatsächlich wurde am Samstag zu türkischer Live-Musik getanzt und zu selbst gebackenen Süßspeisen Schwarztee getrunken. Gelacht wurde bei einem bunten Spielprogramm mit Sackhüpfen und Luftballonspielen. Seda Dogan (16) und Aylin Namlioglu (20) erfuhren durch eine eigens erstellte Veranstaltungsseite in Facebook von dem Fest. „Mir kam das gelegen, ich hatte eh Lust zu tanzen“, so Aylin, deren Weg aus Wurmlingen direkt auf die Tanzfläche der Zehntscheuer führte. Die Musik sei recht vielfältig, fand ihre Freundin Seda, man habe von allem etwas.

Nicht nur aktuelle Chartmusik aus dem türkischen Popbereich wurde gespielt. Der einzige anwesende Mann an diesem Abend, der DJ und Pianist Ibo vom Orkestra Askimmüzik sorgte auch für Volkstänze wie Halay und Horon und für orientalische langsamere Klängen, zu denen die Frauen die Hüften schwingen lassen können. Nur unter Frauen zu sein, sei doch sehr angenehm, fanden Özge Özmen (18) und die ein Jahr ältere Vildan Özgür. Die beiden Mädels waren ab 21 Uhr am Kuchenstand eingeteilt. Mittanzen konnten sie auch dort.

Auch die Frauen an der Kasse, die auch nach 21 Uhr immer wieder neue Gäste empfingen, hatten den Blick auf die Tanzfläche gerichtet, wo es längst ausgelassen zuging. „Getanzt habe ich bisher noch nicht, aber das mach? ich noch“, sagte die 35-jährige Meral Tas, die mit ihrem Kind da war. Bei 3 Euro Eintritt und Getränke- und Essenspreisen ab 1 Euro kamen die Besucherinnen gut auf ihre Kosten, zumal es an kulturellem Programm nicht mangelte. Zum Auftakt stampfte zum Beispiel die Folkloregruppe Kafkas aus Rottenburg die Tanzfläche ein.

Allerdings waren allen Erwartungen entgegen nur wenige deutsche Frauen zu Gast. Die im Pflegestützpunkt des Landkreis Tübingen arbeitende Claudia Kitsch-Derin bedauerte zwar die Tatsache, dass sie die zu dem Zeitpunkt einzige Deutsche war, fühlte sich jedoch überhaupt nicht ausgeschlossen. „Ich fühle mich jetzt nicht einsam oder fremd, es ist sehr lebendig, die Leute hier sind sehr kontaktfreudig“, fand sie. „In der Nachbarschaft funktioniert der Austausch sehr gut, aber ich wünsche mir mehr davon bei den Festen.“ Trotz Sprachdefiziten sei sie gut mit türkischen Frauen ins Gespräch gekommen.

Die drei Organisatorinnen wollen künftig jedes Jahr solch einen Frauenabend zwischen den Vereinen organisieren.

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Erstellt:
28. März 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
28. März 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. März 2011, 12:00 Uhr

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