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Gewa-Tower

Kein Ende der Hängepartie in Sicht

Die Wohnungskäufer sitzen auf gepackten Koffern. Der Insolvenzverwalter beschwichtigt.

13.01.2017

Von INGRID SACHSENMAIER

Fellbach. Alles steht still am Gewa-Tower in Fellbach, dem 107 Meter hohen Wohnturm. Ein Ende dieser Situation ist nicht absehbar. Der vorläufige Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli zeigt sich zwar optimistisch, dass eine Lösung erzielt wird. Aber wann das sein könnte, sagt er nicht.

Die Verhandlungen seien zeitintensiv. „In den vergangenen Wochen habe ich Gespräche mit zahlreichen Investoren geführt. Es hat sich gezeigt, dass konkretes Interesse besteht, den Wohnturm fertigzustellen. Wir arbeiten hier an einer Lösung in enger Abstimmung mit den Anleihegläubigern.“ Das Ziel sei eindeutig: „Dieser Turm soll zu Ende gebaut werden.“ Das sei im Sinne der Anleihegläubiger, der Wohnungskäufer sowie des Hotelerwerbers und des Hotelbetreibers.

Der Jurist von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in Stuttgart war am 21. November 2016 vom Amtsgericht Esslingen zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Gewa 5 to 1 GmbH & Co. KG mit Sitz in Esslingen bestellt worden, hinter der Vater und Sohn Michael und Mark Warbanoff stehen. Die Bauherren hatten wenige Tage zuvor Insolvenz angemeldet. Die Baugesellschaft Baresel hatte die Reißleine gezogen und einen Baustopp verhängt.

Obere Wohnungen nicht verkauft

Bananyarli strebt „so schnell wie möglich eine unterschriftsreife“ Gesamtlösung für den Tower an. Aktuell sind 21 der 66 Wohnungen noch nicht verkauft, rechnet er vor und sagt: „Der Vertrieb von einzelnen Wohnungen hat derzeit aus Sicht der Insolvenzverwaltung keine höchste Priorität.“

Derweil haben sich Anleihegläubiger die Steuerberatungsgesellschaft Rödl Treuhand in Hamburg als ihren gemeinsamen Vertreter genommen. Im Dezember hätte eine Gläubigerversammlung einberufen werden sollen. Das sei „so angedacht gewesen“, bestätigte eine Mitarbeiterin von Rödl Treuhand, es sei dann aber „doch nicht so gekommen“. Man peile jetzt an, diese Versammlung zwischen Ende Januar und Ende Februar durchzuführen.

Gläubiger haben Vorrang

„Die Anleihe ist mit einer Grundschuld besichert. Die Anleihegläubiger werden im Insolvenzverfahren daher vorrangig bedient. Die Wohnungskäufer sind über die Erwerbsvormerkung im Grundbuch abgesichert“, versucht Anwalt Balnanyarli zu beruhigen. Dennoch sitzen viele Wohnungseigentümer auf heißen Kohlen. Einige von ihnen wollten die gekaufte Wohnung selbst nutzen, haben schon ihr bisheriges Mietverhältnis gekündigt oder ihr Haus verkauft. Für sie – und nicht nur für sie – geht die Hängepartie um den Fellbacher Gewa-Tower weiter. Ingrid Sachsenmaier

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Erstellt:
13. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2017, 06:00 Uhr

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