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Kein Miau und Wau unterm Baum
Die Katze mag noch so freundlich und süß gucken, als Geschenk zu Weihnachten eignet sie sich nicht, sagen Tierschützer. Foto: dpa
Weihnachten

Kein Miau und Wau unterm Baum

Sowohl Tierheime als auch der Handel bemerken, dass zum Fest nicht mehr so viele Katzen und Hunde geschenkt werden wie früher. Zur Überraschung taugen sie ohnehin nicht.

15.12.2016
  • DPA

Berlin. Süße Kätzchen und niedliche Hündchen erwärmen das Herz; viele Kinder wünschen sich deshalb zu Weihnachten ein Haustier. Die jahrelangen Warnungen von Tierschützern davor sind möglicherweise erhört worden. „Weniger Tiere werden leichtfertig verschenkt“, sagt Lea Schmitz, die Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes.

So sieht das Tierheim Berlin, mit rund 1500 Bewohnern das größte Europas, dass dort direkt nach dem Fest immer weniger Tiere abgegeben werden. „Das spricht dafür, dass die regelmäßige Aufklärung Früchte getragen hat“, sagt seine Sprecherin Annette Rost. 2013 waren zwischen Weihnachten und Silvester 71 Hunde, Katzen und Kleintiere abgegeben worden, 2014 waren es 49 und 2015 noch 47.

Die Trendwende bestätigt der Zoofachhandel. „Über interne Umfragen haben wir festgestellt, dass die Anschaffung zur Weihnachtszeit rückläufig ist“, sagt die Sprecherin des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF), Antje Schreiber. Dafür würden mehr Gutscheine und Geschenke für tierische Familienmitglieder gekauft.

Seit Jahren warnen Tierschützer davor, zu Weihnachten Hunde, Katzen, Meerschweinchen und andere Tiere zu schenken. „Viele Eltern möchten ihren Kindern diesen Wunsch natürlich erfüllen“, sagt Schmitz. Doch oft werde ein Tier dann leichtfertig angeschafft.

Die Tierheimsprecherin Rost berichtet von „impulsiven“ Entscheidungen: „Die Käufer setzen sich nicht ausreichend mit den Folgen auseinander und unterschätzten Aufwand und Verantwortung. Auch die finanzielle Tragweite wird häufig unterschätzt.“ Manchmal müssten die Tiere als Überraschung herhalten und würden nicht von der gesamten Familie ausgesucht. „So gefallen sie im Endeffekt nicht allen.“

Die Folgen: Manchmal landen die neuen Haustiere direkt nach den Feiertagen im Tierheim. „Größere Rückgabewellen setzen dann im Laufe des Jahres ein, denn zunächst sind die Tiere, meist ja als Welpen angeschafft, noch sehr niedlich“, berichtet Schmitz. Im Sommer, zur Ferienzeit, werden sie dann abgegeben.

Mehr als 1400 Tierheime und tierheim-ähnliche Einrichtungen gibt es in Deutschland. Sie haben Plätze für mehr als 13 000 Hunde und 24 000 Katzen, dazu Ziervögel, Kleintiere wie Kaninchen oder Reptilien und selbst Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Affen und Igel.

Um leichtfertige Käufe zu verhindern, sieht Rost auch den Handel in der Verantwortung: „Eine gründliche Aufklärung sollte das Mindeste sein“, fordert sie. Was Schreiber zu der Bemerkung veranlasst: „Seriöse Zoofachhändler beraten ihre Kunden, welche Tiere für sie geeignet sind und zu welchem Zeitpunkt sie am besten zu Hause einziehen sollten.“

Tierschutz als Schulthema

Aus Sicht des Tierschutzbundes sind zudem die Schulen gefragt, sagt Schmitz. „Es wäre wünschenswert, dass das Thema ,Tierschutz und Umgang mit Tieren' mehr im Lehrplan verfestigt wird.“

Eine andere Möglichkeit, mehr über die Bedürfnisse von Bello & Co. zu erfahren, sei eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Tierschutzverein. Dort bestehe mitunter die Möglichkeit, mit Hunden spazieren zu gehen. Durch diese Arbeit lernten die Kinder, was es bedeute, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen.

Schmitz sagt: „Selbst wenn die Entscheidung reiflich überlegt ist, raten wir übrigens davon ab, während der Weihnachtszeit ein Tier zu sich zu holen, da die Zeit meist sehr trubelig ist.“ Wer sich für ein Tier aus dem Heim entscheidet, wird ohnehin warten müssen. Denn viele Heime geben vor Weihnachten keine Tiere ab, um eine schnelle Rückkehr zu verhindern. dpa

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15.12.2016, 06:00 Uhr

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