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Hier wird die Unentbehrlichkeit einer Gedenktafel für Jakob van Hoddis betont

Kein Turmzimmer

Der 1887 als Arztsohn in Berlin geborene Hans Davidsohn nannte sich ab 1910 Jakob van Hoddis, nachdem er aus den Buchstaben seines Familiennamens ein Pseudonym gebastelt hatte.

06.06.2012

Schon als Fünfzehnjähriger schenkte er seiner Mutter eine Sammlung eigener Gedichte, und sein berühmtes „Weltende“ war der Höhepunkt seines dichterischen Schaffens. Danach litt er zunehmend an einer Geisteskrankheit, weshalb er 1922 in die Privatpflege nach Tübingen kam. In seinem damaligen Quartier in der Sofienstraße 2 gedachte man dieser Tage seines 125. Geburtstages. Nachdem Helmut Hornbogen Jakob van Hoddis den bedeutendsten Dichter nannte, der im 20. Jahrhundert in Tübingen gelebt hat, war dies eine Ehrung, für die man sehr dankbar sein muss. Schließlich wurde dem Verwirrten kein Turmzimmer am Neckar zuteil, sondern, nachdem „alle seine Pfade mit der Nacht rangen“, eine Gaskammer in Sobibor. Der Hinweis „Hier kotzte Goethe“ an einer Tübinger Hauswand ist entbehrlich, die geplante Gedenktafel für van Hoddis in der Sofienstraße aber nicht.

Udo Halbscheffel, Tübingen

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06.06.2012, 12:00 Uhr

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