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Der jüngste Trainer der Liga

Keine A- und B-Jugend – schwere Hürde auf Bernd Bauers „Mössinger Weg“

Bereits mit 24 Jahren wurde Bernd Bauer Spielertrainer bei seinem Heimatverein Spvgg Mössingen. Und schaffte vergangene Saison den Aufstieg in die Landesliga, wo er mit seinen 27 Jahren der jüngste Trainer in dieser Runde ist. Endstation soll diese Liga für ihn aber nicht sein.

28.09.2012
  • Ibrahim Naber

Mössingen. Bezirksliga statt Oberliga. Kriselnder Abstiegskandidat statt ambitionierter Spitzenmannschaft. Als Bernd Bauer 2009 von der TSG Balingen als Spielertrainer zur Spvgg Mössingen wechselte, gab es rein sportlich genügend Gründe gegen diesen Entschluss. Trotzdem zögerte Bauer nicht lange. Die neue Herausforderung führte ihn zurück zu seinem Heimatverein, wo er bis zur D-Jugend einst das Kicken gelernt hatte: „Hier in Mössingen etwas umzukrempeln, das hat mich sehr gereizt. Gerade, da damals viele talentierte A-Jugendspieler zu den Aktiven aufgestiegen sind“, erklärt der 27-Jährige. So präsentierte Mössingen neben dem neuen Trainer auch gleich das neue Konzept für die Zukunft: „Der Mössinger Weg“. Die Spvgg wollte wieder vermehrt auf Talente aus der Umgebung, insbesondere dem eigenen Verein, setzen. Auch um den damaligen Ruf als „veraltete Geldmannschaft“ (Bauer) aufzupolieren. Das sportliche Resümee nach drei Jahren: Bauer verpasste dem Team ein neues Gesicht und führte es vor einigen Monaten zum lokalhistorischen Double.

Nur: Ist der viel zitierte „Mössinger Weg“ in den vergangenen Jahren auch konsequent weitergeführt worden? Fest steht, dass Bauer tatsächlich ein extrem junges Team geformt hat, dessen Durchschnittsalter bei etwa 23 Jahren liegt. Auf der anderen Seite gibt es Vereine wie den FC Rottenburg, die aus ihrer eigenen Jugend deutlich mehr Spieler hervorgebracht haben. Immerhin stehen in Kapitän Stefan Mader, Manuel Leins oder Rafael Müller auch bei der Spvgg Eigengewächse im Team.

Mit weiteren eigenen Talenten ist in den nächsten Jahren in Mössingen nicht zu rechnen: Dem Steinlachklub stehen immer weniger Jugendspieler zur Verfügung. Weder eine B- noch eine A-Jugend hat Mössingen diese Saison gemeldet – dabei sah der vor drei Jahren von den Spvgg-Verantwortlichen ausgerufene „Mössinger Weg“ noch vor, diese Jugendteams in die Verbandsstaffel zu führen. Und jetzt: „In den nächsten drei Jahren werden wir keine Spieler aus dem Jugendbereich holen können“, sagt Bauer.

Er will den eingeschlagenen Weg trotzdem weiter gehen. Angesprochen auf seine Vorstellungen, ein Team mit 27 Jahren zu führen, sagt er: „In meinem Alter muss ich nicht großkotzig rum tun. Generell bin ich ein angenehmer Typ, aber ich habe schon auch eine klare Philosophie.“ Die lebt Bauer in jedem Spiel vor. Kaum ein Mössinger reibt sich so sehr für das Team auf, kaum einer legt so viele Kilometer zurück: „Als Spieler muss man immer mehr wollen, darf niemals zu schnell zufrieden sein – das versuche ich auf dem Feld vorzuleben.“ Im Frühjahr 2013 wird Bauer, der sich an Trainertypen wie Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel orientiert, wohl seine B-Trainerlizenz ablegen. Die A-Lizenz soll folgen. Er könne sich vorstellen, in Mössingen über das Jahr hinaus zu verlängern, sagt aber auf Nachfrage auch: „Den Traum, Trainer im Profibereich zu werden, habe ich. Ich glaube, dass man das auch als ehemaliger Nicht-Profi schaffen kann.“

Keine A- und B-Jugend – schwere Hürde auf Bernd Bauers „Mössinger Weg“
„In meinem Alter muss ich nicht großkotzig rum tun“: Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer.Bild: Ulmer

Jung, ehrgeizig und bisher erfolgreich: Auch die TuS Metzingens mit dem neuen Trainer Maik Schütt (34) ist gut in die Saison gestartet. Mössingens Gegner (Sonntag, 15 Uhr) gewann vier der sechs Spiele. Und das, obwohl Schütt, der zuvor als Jugendtrainer beim VfB Stuttgart tätig war, zum Teil nur 13 Spieler zur Verfügung hat. Auch Spvgg-Spielertrainer Bernd Bauer muss in Benjamin Hübner, Florian Stopper und wahrscheinlich auch Hannes Klett auf drei verletzte Leistungsträger verzichten. Für Bauer steht nach den jüngsten Erfolgen gegen „Teams auf Augenhöhe“ fest: „Jetzt wird es Zeit, mit Metzingen auch einmal einen Großen zu ärgern! Das haben wir bisher nicht geschafft.“

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28.09.2012, 12:00 Uhr

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