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Kommentar

Keine Chance fürs Hospital

Wenn mir jemand einen Weg zeigt, wie in Horb mehr Angebot möglich ist, mit denselben Ergebnissen, dann bin ich dankbar dafür. Mit dieser Aussage hat Landrat Dr. Klaus Michael Rückert im Pressegespräch zur geplanten Hospital-Schließung den Eindruck erweckt, als gebe er dem Akut-Krankenhaus grundsätzlich noch eine Chance.

17.10.2012
  • Andreas Ellinger

Allerdings hat er gleichzeitig einen Zeitplan verkündet, der viel zu wenig Zeit lässt, um einen solchen Weg zu erarbeiten, sofern es einen solchen geben sollte. Denn in diesem Jahr will er bereits einen Kreistags-Beschluss herbeiführen – eventuell schon im November. Zum Vergleich: Die KLF selbst hat gerade mehrere Monate gebraucht, um zwei Gutachten zu den Kreisklinik-Standorten Horb und Freudenstadt einzuholen. Diese Zeit bräuchte die Stadt Horb mindestens, wenn sie ein drittes Mal die Krankenhausberater der CMK beauftragen wollte. Und noch mehr Zeit bräuchte die Bürgerinitiative „Pro Krankenhaus Horb“, wenn sie ein Experten-Gremium zusammenstellen wollte, um Vorschläge zu erarbeiten.

Wenn der Landrat dem Horber Hospital eine Chance geben will, dann muss er die Kreistags-Entscheidung mindestens bis in den Sommer 2013 verschieben. Schließlich kam seine Kehrtwende in der Kreiskrankenhauspolitik völlig überraschend, nachdem er bisher immer den Eindruck erweckt hat, als sei der Anfang 2011 beschlossene Kreistags-Kompromiss auf absehbare Zeit das Zukunfts-Modell für die KLF.

Im „späten Frühjahr / frühen Sommer“ habe er jedoch erfahren, dass die 7,5 Millionen Euro, die im Landkreis-Haushalt für die KLF vorgesehen sind, nicht reichen, um im Geschäftsjahr 2012 das Kreiskrankenhaus-Defizit zu decken. Ein paar Monate vorher hat er festgestellt: „Wir wissen gar nicht genau, was wir baulich noch in beide Häuser investieren müssen, um den Betrieb sicherzustellen.“

Was misstrauisch macht: Dass die neue Strategie, das Hospital mit Ersatz zu schließen, eine alte ist und von Ex-Geschäftsführer Rainer Schmidhuber stammt. Außerdem sind die neuen KLF-Gutachten en detail nicht bekannt, so dass die genannten Defizite in keiner Weise überprüfbar sind.

Das bisherige Ziel des Landrats war es, das Akut-Krankenhaus in Horb zu erhalten – und er war optimistisch, das mit dem Kreistags-Kompromiss hinzubekommen. Jetzt soll die Hospital-Schließung plötzlich der „Zukunftssicherung des Hauses Horb“ dienen. Zynisch.

Der Landrat betonte am Montag, es sei sein Ziel, die KLF „in kommunaler Trägerschaft zu halten“ – und er ist wieder optimistisch…

Info KLF-Geschäftsführer Peter Mast kommt am Dienstag, 23. Oktober, um 20 Uhr in die öffentliche Sitzung des Horber Gemeinderats.

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17.10.2012, 12:00 Uhr

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