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Keine Gefahr für Bevölkerung
Nach der Explosion: die Rauchsäule über der Stadt. Foto: DPA
Ludwigshafen

Keine Gefahr für Bevölkerung

Nach der schweren Explosion in Ludwigshafen wurden laut Feuerwehr nur Schadstoffe in geringer Konzentration gemessen.

22.10.2016
  • DPA

Ludwigshafen. Die Feuerwehr hat nach dem Explosionsunglück bei der BASF in Ludwigshafen nach eigenen Angaben in den angrenzenden Stadtteilen keine Schadstoffe in gefährlicher Konzentration gemessen. Das sagte der Ärztliche Leiter des Gesundheitsamtes, Thomas Bienert, bei der Vorstellung der Messergebnisse am Freitag in Ludwigshafen. Der höchste Wert des krebserregenden Stoffes Benzol, der außerhalb der Unglücksstelle festgestellt worden sei, habe immer unterhalb des Akzeptanzwertes von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelegen. „Insgesamt war das, was gemessen werden konnte, extrem gering.“

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte, dass die Feuerwehr die Messergebnisse erst vier Tage nach dem Unglück veröffentlichte. Das mache misstrauisch, meinte eine Sprecherin, die eigene Ergebnisse ankündigte. Der Ludwigshafener Feuerwehrdezernent Dieter Feid (SPD) wies den Vorwurf zurück. Man gehe an die Öffentlichkeit, sobald die Daten aufbereitet seien. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Hubert Ströber, sagte unterdessen mit Bezug auf eine Zeugenaussage, vor dem Unglück habe eine Fremdfirma an einer Rohrleitung gearbeitet, um ein Teil davon auszutauschen.

Bei der Explosion am Montag ist wie vermutet auch der Matrose eines Tankschiffes umgekommen. Das habe die Obduktion einer im Landeshafen Nord entdeckten Leiche ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Der Matrose war seit dem Unglück vermisst worden. Bei der Explosion starben auch zwei Werksfeuerwehrmänner. 30 Menschen wurden verletzt.

Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Bei dem stundenlangen Brand war eine schwarze Rauchwolke entstanden. Die Menschen in umliegenden Gebieten wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Laut BASF brannten Rohrleitungen mit Ethylen und Propylen.

Nach Angaben von Bienert war der Benzolwert in den ersten Stunden nach dem Unglück vom Montag etwas erhöht, aber nach mehr als 24 Stunden nicht mehr nachweisbar. Nach Benzol habe man am genauesten geschaut, weil es „das Gefährlichste“ sei. Dass mehrere Menschen über Reizungen von Augen und Atemwegen geklagt hatten, bei genaueren Messungen dann aber keine erhöhten Werte festgestellt worden waren, erklärte Bienert damit, dass die Schadstoffe „schwallartig“ aufgetreten seien. Der Wind habe sie schnell weitergetrieben. dpa

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22.10.2016, 06:00 Uhr

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