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Mensch vor Tier

Keine Rettung für Hunde? Feuerwehr wehrt sich gegen Vorwürfe

Hat sich die Feuerwehr beim Brand im Französischen Viertel geweigert, Tiere aus dem brennenden Haus zu retten? Ja, sagt die Wehr. Aber das war korrekt.

21.07.2015
  • uja

Tübingen. Marion Lemper-Pychlau war eine der 17 Personen, die am Samstagabend aus einem Mehrfamilienhaus in Tübingens Französischem Viertel gerettet wurde. Bei aller Erleichterung über ihre Rettung: Das Verhalten der Feuerwehr bei der Bergungsaktion hat der aus Königstein stammenden Frau nicht gefallen. „Was mich an den Rand des Zusammenbruchs brachte, war der Feuerwehrmann auf der Drehleiter, der sich weigerte, meine beiden Hunde zu retten“, schrieb sie dem TAGBLATT.

Dabei habe es auf der Trage noch Platz gegeben, und sie sei auf ihrer Seite des Gebäudes die letzte Verbliebene gewesen. „Ich durfte die Hunde schließlich nur deshalb mitnehmen, weil ich mich sonst nicht hätte retten lassen.“ Einem anderen Hundehalter sei es ähnlich ergangen. Lemper-Pychlaus Frage: „Warum verhält sich die Feuerwehr so stur?“

Das liegt, erklärte uns Einsatzleiter Markus Mozer, an der Rettungs-Rangfolge, die alle Feuerwehrleute kennen müssen. Erst, kommt der Mensch, dann das Tier, dann kommen die Sachwerte und zuletzt die Umwelt. Laut Mozer wären die Tiere aber mit der nächsten Fuhre geholt worden: „Wir hätten definitiv keine Hunde drin gelassen.“

Dass der Mann an der Drehleiter die Tiere nicht gleich mit der Halterin mitnehmen wollte, habe mit persönlichem Ermessen zu tun. „Die Rettungskörbe der Drehleitern haben nur eine begrenzte Nutzlast.“ Der Feuerwehrmann habe in der Notsituation vermutlich auf Nummer sicher gehen wollen.

Mozer wollte aber nicht ausscchließen, dass man vielleicht auch gleich anders hätte entscheiden können. „Wie sich ein einzelner Feuerwehrmann im Stress verhält, das hat man nicht immer im Griff, wir sind schließlich alle nur Menschen.“

Noch nicht abschließend geklärt ist die Ursache des Brandes, der zum größten Tübinger Feuerwehreinsatz seit Jahren geführt hat. Ein Experte konnte am Montagabend immerhin bestätigen, dass der Brand nahe einer Küchenzeile in der als Büro genutzten Wohnung im ersten Geschoss ausgebrochen ist. Laut Auskunft der Polizei kann eine versehentlich angelassene Herdplatte ebenso die Ursache sein wie ein Kurzschluss in einem technischen Gerät in der Nähe des Herdes, etwa einem Akkulader.


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