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Hier Ärger, dort Hoffnung

Kiebingens Ortsvorsteherin Schröder-Kappus sieht den B28-Aufschub als Chance

Der Neubau der B 28 durchs Neckartal entlang der Bahngleise ist wieder auf unbestimmte Zeit verschoben, weil es vom Bund erst mal kein Geld dafür gibt. Die Reaktionen darauf fallen in den betroffenen Ortschaften unterschiedlich aus.

05.08.2014
  • Angelika Brieschke

Rottenburg. „Was sind im Straßenbau schon 27 Millionen?“, fragt Wurmlingens (Noch)-Ortsvorsteher Hans-Dieter Bauschert. Der Neubau der Bundesstraße 28 durch das Neckartal sei ja eigentlich ein kleineres Straßenbau-Projekt. Insgesamt 234 Millionen Euro hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt letzte Woche für Bundesfernstraßen im Land verteilt. Von diesem Betrag hätte die B 28 neu gerade mal gut zehn Prozent gebraucht. Umso ärgerlicher findet es Ortsvorsteher Bauschert, dass sie nicht berücksichtigt wurde. „Das hätte man durchaus auch noch zwischenrein schieben können“, sagt er.

Ebenso unverständlich findet Bauschert es, dass das Bundesverkehrsministerium sich nicht an die Empfehlungen des Landesverkehrsministeriums hält. Das hatte die B 28 durchs Neckartal in ihrer Prioritätenliste relativ weit vorn platziert – weit vor manch anderen, die jetzt zum Zug gekommen sind. „Wenn jetzt die Prioritätenliste des Landes offensichtlich gar nichts genutzt hat, dann wird wohl in Berlin nach Gutsherrenart entschieden“, schimpft der Ortsvorsteher.

Ob und wie Wurmlingen sich gegen die Entscheidung des Bundesministers wehren wird, kann Bauschert noch nicht sagen, er kann sich aber einen „Schulterschluss mit Hirschau“ durchaus vorstellen. In Hirschau hatte sich gleich schon am vergangenen Freitag, als das TAGBLATT über die Entscheidung des Bundes berichtete, eine Demonstration aus empörten Bürgern vor dem örtlichen Rathaus zusammengefunden.

Ganz anders sieht man den Vorgang in Kiebingen. Ortsvorsteherin Elisabeth Schröder-Kappus hofft, dass der Aufschub von Vorteil für den Rottenburger Teilort sein könnte. Kiebingen wünscht sich eine Tieferlegung der Bundesstraße mit einem Deckel darauf. So wie die Straße jetzt geplant ist, schneidet sie den direkten Zugang zum Neckartal samt Festplatz und Feldern ab. Wer in diese Richtung will, muss die Bundesstraße über eine steile Rampe überqueren. Alle Proteste Kiebingens, bis hin zu einer Petition vor dem Bundestag, hatten keinen Erfolg. Deswegen sieht die Ortsvorsteherin das fehlende Geld aus Berlin als Chance für ihr Anliegen. „Kiebingen braucht die Tieferlegung“, sagt Schröder-Kappus. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen. Wir werden mit dem Regierungspräsidium reden, mit den Abgeordneten. Wir bleiben dran. In einer Planung kann es immer Änderungen geben.“

Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher wundert sich nicht über diese Haltung. „Die Kiebinger werden das weiter einfordern“, sagt er. Eine Forderung, die für ihn aber hinfällig ist, nachdem im April die Kiebinger Petition gegen die Hochbrücke über die Bundesstraße gescheitert ist. „Meines Erachtens ist wichtig, dass gebaut wird“, betont der Oberbürgermeister. „Es ist sehr ärgerlich, dass wieder aufgeschoben wird, obwohl die Straße auf der Liste des Landes ganz oben stand.“ Direkten Handlungsbedarf für die Stadt Rottenburg sieht Neher allerdings nicht. „Von unserer Seite haben wir alles getan. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Mehr können wir auch nicht tun“, sagt er.

Es wird also kein Protestschreiben vom Rottenburger Oberbürgermeister an das Bundesverkehrsministerium geben. „Wir werden mit den Bundestagsabgeordneten Gespräche suchen, dass, wenn zusätzliches Geld da ist, sie sich für das Straßenbau-Projekt einsetzen“, sagt Neher, „schließlich sagen alle Abgeordneten: ’Diese Straße ist wichtig.‘“

Kiebingens Ortsvorsteherin Schröder-Kappus sieht den B28-Aufschub als Chance
Mit diesem Plakat forderten die Kiebinger schon vor sieben Jahren eine Änderung der Pläne. Archivbild: Sommer

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05.08.2014, 12:00 Uhr

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