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Die Wahl der Ortsvorsteherin ist verschoben

Kiebinger Wählervereinigung will Schröder-Kappus erst nach „grundlegender Aussprache“ wählen, hat aber keinen Gegenkandidaten

Überraschung bei der konstituierenden Sitzung des Kiebinger Ortschaftsrats am Montag: Zehn Minuten vor der Sitzung teilte Thomas Stopper der Ortsvorsteherin mit, dass seine Mehrheitsfraktion vor ihrer möglichen Wiederwahl noch Klärungsbedarf habe.

16.07.2014
  • Martin Zimmermann

Kiebingen. Eigentlich hätte es eine unspektakuläre Feierstunde mit der Verabschiedung der ausscheidenden Ortschaftsräte Armin Fuhrer und Dieter Gerhardt und der Vereidigung der neuen Räte Marian Schirmer und Roman Sieß und der Wahl des Ortsvorstehers werden sollen. Die Sitzung war vom Rathaus in den Gemeindesaal verlegt worden, um den 50 Zuschauern Platz zu bieten. Freibier und belegte Brote standen bereit.

Doch dann folgte ein Eklat, der den Unmut der anwesenden Zuschauer hervorrief. Der stellvertretende Ortsvorsteher Thomas Stopper stellte den Antrag, die Wahl des Ortsvorstehers zu vertagen, um „die Zusammenarbeit auf eine breitere Basis stellen zu können.“

Stoppers Fraktion, die Kiebinger Wählervereinigung, hatte bei der Kommunalwahl am 25. Mai eine Mehrheit von einem Sitz bekommen. Einen eigenen Kandidaten, um Ortsvorsteherin Elisabeth Schröder-Kappus abzulösen, konnte die neue Mehrheitsfraktion aber nicht präsentieren. Stopper selbst sah sich dazu aus beruflichen Gründen nicht in der Lage.

Noch am Samstag hatte Stopper gegenüber der Ortsvorsteherin und dem TAGBLATT angekündigt, er werde ein Mitglied seiner Fraktion bestimmen, das Schröder-Kappus in der konstituierenden Sitzung wählt und ihr so eine Mehrheit verschafft.

Bei einem Treffen der Kiebinger Wählervereinigung unmittelbar vor der Sitzung kam es dann offenbar zu einem Meinungsumschwung. „Ich habe die Stimmung in meiner Fraktion offensichtlich unterschätzt“, sagte Stopper dem TAGBLATT. Einige Mitglieder seiner Fraktion hätten den Führungsstil und die Alleingänge der Ortsvorsteherin kritisiert und die Notwendigkeit nach einem weiteren Gespräch gesehen, um sie mit großer Mehrheit wählen zu können, sagte Stopper.

Schröder-Kappus habe ein Gespräch mehrfach angeboten, räumte Stopper ein. „Ich habe den Bedarf an einem solchen Gespräch nicht so deutlich wahrgenommen wie meine Fraktionskollegen“, sagte Stopper.

Dass der Eklat in der öffentlichen Sitzung „ein ganz schlechtes Bild im Dorf“ abgebe, sei ihm bewusst, sagte Stopper. „Uns ist die interne Basis für die kommenden fünf Jahr wichtiger, als nach außen ein gutes Bild abzugeben.“ Im Dorf aufkommende Gerüchte, er wolle Zeit gewinnen, um einen hauptamtlichen Ortsvorsteher oder einen Gegenkandidaten für Schröder-Kappus zu präsentieren, dementierte Stopper. „Für uns ist Lisa weiterhin die erste Wahl. Wir haben keinen Kandidaten. Ein Statthalter der Rottenburger Verwaltung ist das Letzte, was wir in Kiebingen brauchen.“

Elisabeth Schröder-Kappus, die in der Sitzung sichtlich enttäuscht wirkte, sagte dem TAGBLATT am Dienstag, sie sei „trotz des gestrigen Abends“ weiterhin bereit zur Kandidatur. Sie klebe aber auch nicht an ihrem Amt. „Für Kiebingen und dafür, dass die angestoßenen Projekte im Unterdorf zu Ende gebracht werden, stelle ich mich noch einmal zur Verfügung“, sagte Schröder-Kappus.

Die Zusammenarbeit mit ihrem Stellvertreter Thomas Stopper beschrieb sie als „in den letzten Jahren zunehmend konstruktiv“. Die meisten Entscheidungen im Ortschaftsrat seien in den letzten Jahren im Konsens gefallen. Eigentlich seien auch die Bedingungen der Zusammenarbeit bereits verhandelt gewesen – etwa dass die Kiebinger Wählervereinigung zusätzlich zu Thomas Stopper mit Jürgen Edelmann einen weiteren stellvertretenden Ortsvorsteher bekomme. Deshalb habe sie der plötzliche Vorstoß überrascht.

Schröder-Kappus will baldmöglichst einen Termin für das klärende Gespräch mit der Kiebinger Wählervereinigung finden und das Amt der Ortsvorsteherin so lange kommissarisch ausüben. Noch vor der Sommerpause müsse aber eine Entscheidung fallen, sonst stehe sie möglicherweise nicht mehr für das Amt zur Verfügung, sagte Schröder-Kappus.

„Klar ist auch, dass jeder weiß, wie ich mein Amt führe und welche Qualitäten ich habe. Daran wird sich nicht so viel ändern.“ Die Kiebinger Wählervereinigung müsse sich entscheiden, „ob sie mich als Ortsvorsteherin mittragen oder einen eigenen Kandidaten präsentieren.“ Die neuen Mehrheitsverhältnisse habe Stoppers Fraktion nun bereits in der ersten Sitzung des neuen Rates demonstriert. „Wenn das künftig in jeder Abstimmung so läuft, muss ich mir gut überlegen, wie lange ich das mitmache.“

Kiebinger Wählervereinigung will Schröder-Kappus erst nach „grundlegender Aussprache“
Elisabeth Schröder-Kappus

Kiebinger Wählervereinigung will Schröder-Kappus erst nach „grundlegender Aussprache“
Thomas Stopper


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