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Mobilität

„Killer im Straßenverkehr“

Viele Autofahrer benutzen das Smartphone auch während der Fahrt. Fachleute wollen die steigende Zahl der von Ablenkung verursachten Unfälle eindämmen und fordern unter anderem höhere Strafen.

25.01.2017
  • DPA

Goslar. Angesichts von immer mehr Unfällen durch Handy und Smartphone am Steuer sprechen sich Verkehrsexperten einhellig für eine härtere Bestrafung bis hin zum Fahrverbot aus. Der 55. Verkehrsgerichtstag, der am Donnerstag und Freitag in Goslar tagt, befasst sich unter anderem mit dem Thema „Unfallursache Smartphone“.

„Multitasking ist ein Mythos“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Christian Kellner. Die meisten seien sich „des großen Risikos überhaupt nicht bewusst, dass sie durch die Nutzung der Geräte eingehen“. Die Zahl der Unfälle durch solche Ablenkung steige. Der Verband fordert, wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniere, SMS tippe oder Nachrichten lese, solle ein Vielfaches des bisherigen Bußgeldes von 60 Euro zahlen. Zudem müsse das bisherige Handy-Verbot auf andere elektronische Geräte erweitert werden. Im DVR sind rund 200 Verkehrsorganisationen, Verbände, öffentliche Einrichtungen und Autoclubs organisiert.

Bußgeld drastisch erhöhen

Auch die Polizeigewerkschaft meint: „Die Bußgeldsätze sollten drastisch erhöht werden.“ Handlungsbedarf sehen auch die Autoclubs. Viele Fahrer hätten die „Illusion, die Situation jederzeit unter Kontrolle zu haben“, sagte ADAC-Expertin Kristina Benecke. Diverse Studien zeigten aber, dass die Ablenkung im Fahrzeug eine relevante Unfallursache sei, sagte Benecke. Auch der ADAC empfehle deshalb, über den bisherigen Rahmen der Sanktionen nachzudenken und über Fahrverbote zu sprechen.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat eine „dramatische Zunahme des Phänomens“ beobachtet. Eine Untersuchung des AvD habe ergeben, dass 53 Prozent der Befragten während der Fahrt schon Nachrichten eingetippt und sogar 72 Prozent Nachrichten gelesen haben. „Smartphones haben sich zu einem echten Killer im Straßenverkehr entwickelt“, meint der Experte für Verkehrssicherheit beim Auto Club Europa ACE, Gert K. Schleichert. dpa

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25.01.2017, 06:00 Uhr

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