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Witzig, diplomatisch

Kim Kulig punktet beim ZDF-Frühstück

Am Handy bekommen wir sie seit Tagen nicht. Doch wenn wir partout Neues über die aus Poltringen stammende Kim Kulig wissen wollen, müssen wir derzeit einfach nur den Fernseher einschalten, öffentlich-rechtliche Sender, genauer das ZDF schauen.

03.06.2015
  • Bernhard Schmidt

Seit Wochen läuft dort ein Werbe-Trailer für die Live-Übertragungen der am Wochenende startenden Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada – mit Kim Kulig in der Hauptrolle. Und am Montag hatte die dauerverletzte Nationalspielerin, die fürs ZDF die Spiele der deutschen Nationalmannschaft kommentiert, einen noch üppigeren Auftritt: im Frühstücksfernsehen, in „Volle Kanne“, moderiert von Andrea Ballschuh.

Das Trio komplettierte Mieze Katz, die Sängerin von „Mia“, mit bürgerlichem Namen Maria Mummert – für die Premiere der noch Medien-ungeübten Fußballerin ein dankbarer Doppelpartner. Denn die quietschfidele Berlinerin spielte Kulig gekonnt die Bälle zu, suchte mehrfach den Schulterschluss: In Fragen der gemeinsamen Leidensgeschichte (Katz: „Wir sind Knie-Schwestern“; Kulig: „Einmal Knie, immer Knie“) oder grundsätzlich zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Frauenfußballs.

Modisch gekleidet, in der Maske gut geschminkt und gestylt, machte Kim Kulig vor der Kamera eine gute Figur, entsprach jedenfalls überhaupt nicht dem in konservativen, männlichen Fußballer-Kreisen gepflegten Bild von der maskulinen Kampf-Lesbe. Und Kulig landete auf die perfekten Vorlagen von Mieze Katz verbale Treffer, kam immer wieder spontan und schlagfertig rüber. „Ich werde nichts übers Knie brechen.“ Für diese Antwort auf die Frage nach den Perspektiven nach vierjähriger fußballfreier Leidenszeit, erntete Kulig in der Runde fröhliche Lacher. Genauso wie für ihren Kommentar über das neue Computerspiel, erstmals besetzt mit weiblichem, beidfüßig schießendem Personal: „Jetzt können die Männer an der Konsole endlich mal guten Fußball sehen.“

Ganz konkret von der Moderatorin auf die noch dürftige Akzeptanz des Frauenfußballs im Vergleich zur Männer-Domäne angesprochen, reagiert die neue ZDF-Co-Kommentatorin dagegen eher ausweichend: „Man darf die Sparten nicht miteinander vergleichen.“ Und auch die Antwort auf die Frage nach der fußballerischen Zukunft kommt rüber wie ein Klassiker aus dem Fußballer-Rhetorikkurs: „Ich muss positiv denken und nach vorne schauen.“ Richtig defensiv und dünnlippig wird Kulig erst, als Moderatorin Ballschuh sie zum schwelenden Fifa-Skandal und zur Rolle ihres großen Vorsitzenden Josef Blatter befragt. „Ich bin nicht in der Position, da mir irgendein Urteil bilden zu können.“

In einem Einspieler erzählt das ZDF die wechselhafte Fußballer-Karriere der heute 25-Jährigen: Wie „Kimi Coolig“ 2009 Europameisterin wurde, sich bei der WM 2011 im Viertelfinale gegen Japan das Kreuzband riss – und nach vielen Knie-Operationen nie wieder richtig auf die Beine kam. „Die Freunde und die riesengroße Familie“ hätten ihr aus diesem Tief geholfen, sagt Kulig. Sie wolle das Comeback, doch Fußball bedeute ihr nicht mehr alles. Und, ganz bescheiden und weitsichtig: „Es gibt Schlimmeres auf der Welt als das eigene Leid.“

Kim Kulig punktet beim ZDF-Frühstück
„Woher die krausen Haare?“, wollte ein „Volle-Kanne“-Zuschauer wissen. „Von der Oma“, antwortete die Poltringerin Kim Kulig (Mitte), gerahmt von „Mia“-Sängerin Mieze Katz (links) und Moderatorin Andrea Ballschuh. Screenshot: ZDF

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03.06.2015, 12:00 Uhr

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