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Atomkonflikt

Kims taktische Mission

Bei seiner ersten Auslandsreise holt sich Nordkoreas Machthaber Rückendeckung von China. Er bietet Abrüstung an.

29.03.2018
  • Felix Lee

Peking. Erst dürfen die chinesischen Staatsmedien zwei Tage lang gar nicht über den Überraschungsbesuch des nordkoreanischen Machthabers in Peking berichten. Wenige Stunden nach Kim Jong Uns Abreise überschlagen sich Chinas Medien dann geradezu mit Berichten über Kims Visite. Der Nachrichtenkanal des chinesischen Staatssenders CCTV brachte am Mittwoch nonstop Bilder von Kim in Peking: Der nordkoreanische Diktator, wie er von Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping mit militärischen Ehren empfangen wird, Kim mit Ehefrau und Chinas First Lady Peng Liyuan beim festlichen Staatsbankett.

Die Gerüchte sind damit offiziell bestätigt. Nordkoreas Machthaber Kim ist Anfang der Woche für zwei Tage in Peking gewesen, heißt es in Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Und bei feierlichen Bildern und blumigen Worten ist es keineswegs geblieben.

Kim erklärte, er fühle sich „der Denuklearisierung verpflichtet“. „Die Frage der Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel kann gelöst werden, wenn Südkorea und die USA auf unsere Bemühungen mit Wohlwollen reagieren, eine Atmosphäre des Friedens und der Stabilität schaffen, während gleichzeitig progressive und synchrone Schritte in Richtung des Friedens ergriffen werden“, wird Kim zitiert.

Sturz durch USA verhindern

Was Nordkoreas Machthaber damit gemeint haben dürfte: Er ist bereit, sein Atomwaffenprogramm zu stoppen, wenn er im Gegenzug von den USA die Garantie erhält, nicht gestürzt zu werden. China soll nach seinem Willen für Nordkoreas Sicherheit garantieren.

Dabei war das Verhältnis beider Staaten zuletzt sehr schlecht. Peking ist gegen Nordkoreas Atomwaffenprogramm und trägt seit 2017 auch die UN-Sanktionen gegen den einstigen Bruderstaat mit. China war bis dahin der wichtigste Handelspartner des verarmten Staates.

Das Kim-Regime hat jegliche Vermittlungsbemühungen der Chinesen ignoriert. In den letzten Wochen hatte Peking befürchtet, Nordkorea könnte ohne den einstigen Verbündeten mit den USA, Japan und Südkorea verhandeln. Das wäre ein Gesichtsverlust für die aufstrebende Großmacht China gewesen. Dass Kim nun doch Peking einbindet, schmeichelt Xi.

Nun laufen die diplomatischen Kanäle heiß. Xi schickte seinen Top-Diplomaten Yang Jiechi nach Seoul, um Südkoreas Regierung über die Gespräche zu unterrichten. Auch mit Donald Trump soll Xi Kontakt aufgenommen haben. Das Weiße Haus behauptet, Xi habe dem US-Präsidenten auch eine persönliche Nachricht übermittelt. Trumps Kampagne des maximalen Drucks hätten erst eine „angemessene Atmosphäre“ für einen Dialog mit Nordkorea geschaffen.

Chinas Führung wollte diese Äußerung allerdings nicht bestätigen.

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29.03.2018, 06:00 Uhr

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