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Bücher

Kinder lesen, was Große beschäftigt

Heute ist der deutschlandweite Vorlesetag. Seit 13 Jahren weckt er bei Kindern das Interesse am Schmökern.

18.11.2016
  • DPA

München. Studien zeigen: Kinder und Jugendliche, denen in ihrer frühen Kindheit vorgelesen wurde, entwickeln einen positiven Bezug zum Lesen. Deshalb gibt es seit 13 Jahren den deutschlandweiten Vorlesetag. Heute ist die Literatur für Kinder eine andere als zu Beginn.

Ob Flüchtlingsströme oder Donald Trump – was die Welt der Großen bewegt, beschäftigt auch die Kleinen. Das führt zu mehr Realismus in den Büchern für Kinder und Jugendliche, sagt Christiane Raabe, die Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek in München.

Gerade Flucht sei ein Thema, das sogar in Bilderbüchern angekommen sei, sagt Raabe. „Das ist ein sehr neues Phänomen.“ Früher hätten beunruhigende Themen den Nachwuchs nicht so leicht erreicht. „Das ist heute anders.“ Auch in der Erzählweise traue man sich mehr.

Großes Thema: Flucht

Die Jugendbibliothek ist eigenen Angaben zufolge die weltweit größte für internationale Kinder- und Jugendliteratur. Der Vorlesetag findet seit 2004 jedes Jahr statt und ist eine Initiative der „Zeit“, der Stiftung Lesen und der Deutsche-Bahn-Stiftung. Ziel ist, „Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken“.

Immer häufiger werde über Menschen auf der Flucht geschrieben, sagt Raabe. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada und anderswo. So hat in Deutschland ein deutsch-arabischsprachiges Werk der Autorin Kirsten Boie über zwei syrische Kinder wochenlang auf der Bestsellerliste gestanden.

Eine Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek zu Flucht, Ausgrenzung und Rassismus habe unter den jungen Lesern große Resonanz gefunden, sagt Raabe. „Das Interesse, darüber zu reden, ist wahnsinnig groß.“

Die Kinder bekämen die Probleme in der Welt und die Unsicherheit der Erwachsenen mit. So sei schon in Grundschulen über den Wahlsieg von Donald Trump bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen geredet worden. Kinder hätten über die Angst gesprochen, „jetzt kann sonstwas passieren.“

Literatur kann nach Ansicht der Direktorin eine Lücke füllen. „In den Familien wird nicht überall darüber gesprochen.“

Nicht nur Lesen, auch Vorlesen sei überaus wichtig. Raabe: „Man sollte das nicht unterschätzen, das hat eine ganz starke emotionale Ebene.“

Ein neues, mit dem Erfolg von „Harry Potter“ vergleichbares Phänomen vermag sie derzeit nicht auszumachen. Ein Tipp nur: Vielleicht hätten die „Warrior Cats“ das Zeug zu mehr. dpa

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18.11.2016, 06:00 Uhr

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