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Wo gibt’s hier den Stempel?

Kinder überall – beim zweiten Tübinger Familientag war viel los

Schwertkampf, Breakdance, Fußball. Schminken, Verkleiden, Schauspielern. Alles, was Kindern Spaß macht, wurde gestern an 16 Stationen in der ganzen Stadt angeboten – beim zweiten Tübinger Familientag. Und Hunderte Familien waren dabei.

06.07.2014
  • Fabian Renz

Tübingen. Der zehnjährige Finn und sein ein Jahr älterer Bruder Johannes stehen vor dem Stadtmuseum und hauen aufeinander ein, wie sie es als Jungen im 16. Jahrhundert getan hätten. Das heißt, sie stehen auf Strohballen und versuchen den anderen durch Schläge mit einem Sack runterzuschmeißen. „Okay, im 16. Jahrhundert stand man eher auf Baumstümpfen als auf Strohballen“, gibt Wolfgang Abart zu, der die Fechtschule „Lebendige Schwertkunst“ betreibt. Und auch sonst hätte es früher schon noch brutalere Spiele gegeben. „Wir machen hier aber nur Sachen, nach denen man nicht erst mal drei Wochen krank oder verletzt ist.“ Man versuche aber, frühere Kinderspiele und die Kunst des Schwertkampfs so realistisch wie möglich zu vermitteln.

An allen Station war was los – trotz der Hitze

Für die harmlosen Kämpfe mitten in der Tübinger Altstadt gibt es einen Grund: Das Stadtmuseum war gestern eine von 16 Stationen des zweiten Tübinger Familientags. Das stand unter dem Motto „Kultur“ – kein Wunder also, dass auch das Museum dabei war. Da dort gerade die Ausstellung zum Tübinger Vertrag von 1514 gezeigt wird, verband man die Geschichte mit dem familiären Aspekt – und kam auf Schwertkampf und Kalligrafie. Diese Angebote wurden auch gut angenommen: „Um Punkt elf Uhr waren hier die ersten Kinder“, berichtete Museumsleiterin Wiebke Ratzeburg. Und das trotz der Hitze: Die restliche Stadt war am Mittag wie leergefegt, das Freibad hingegen schon voll. Auch Finn und Johannes stöhnten nach dem historischen Spielkampf: „Das ist ganz schön anstrengend!“

Wohl wegen der Hitze wurden die meisten der Stationen nicht gerade überrannt. Los war aber überall was. In der Stadtbücherei zum Beispiel ließen sich ein paar Kinder Geschichten vorlesen oder bastelten Lesezeichen. In der Kunsthalle gab es eine kindgerechte Führung durch die Ausstellung zum angesprochenen Tübinger Vertrag. Auf dem Lorettoplatz versammelten sich Dutzende Familien zum Waffeln Essen, Geschichten Vorlesen und Schminken, wenige Meter nebenan wurde im Jugendhaus Pauline gesprayt, gebreakt und gegrillt.

Auch im Uhlandbad, in den Stadtteiltreffs in WHO und Derendingen oder in der Familien-Bildungsstätte waren Stationen des Familientags. Alle Standorte zu besuchen war unmöglich, aber auch gar nicht nötig: Schon drei reichten aus, um bei der großen Nachmittags-Verlosung im LTT mitmachen zu dürfen. Dafür mussten sich die Kinder lediglich drei Stempel auf ihre Flyer drücken lassen. Kein Wunder also, dass man an den verschiedenen Stationen immer wieder Kinder rufen hörte: „Wo gibt’s hier den Stempel? Dann hab’ ich nämlich alle drei!“ Mancherorts mussten die Kinder aber schon eine Aufgabe lösen, um diesen Wunsch erfüllt zu bekommen.

Als am Nachmittag alle Flyer in eine große Kiste gefüllt wurden, schätzte Elisabeth Stauber, als Familienbeauftragte der Stadt eine der Organisatoren des Tages, deren Zahl auf 700 bis 1000 – das wären mehr als beim letzten Familientag vor drei Jahren.

90 Kinder durften sich über Preise freuen

Damals standen die Stadtteil- und Familientreffs im Mittelpunkt – die meisten von ihnen machten auch diesmal wieder mit. „Kulturelle Arbeit leisten die ja auch“, betonte Ingrid Löbner vom Tübinger Bündnis für Familie, das neben dem LTT und der Stadt zu den Organisatoren zählte. Ohnehin versuche man immer, ein möglichst offenes Thema zu wählen, bei dem viele mitmachen können. „Letztlich geht es darum, dass Familien auf spielerische Art erfahren, was man in Tübingen alles machen kann“, sagte Elisabeth Stauber. „Und dabei sollen alle mitmachen können!“ Darum konnten alle Familien mit dem Flyer auch kostenlos die Stadtbusse nutzen.

Als dieser erlebnisreiche zweite Familientag am Nachmittag im LTT seinen Abschluss fand, waren die 400 Plätze des großen Saals restlos gefüllt. Überall kletterten Kinder über ihre Eltern oder schlummerten in ihren Kinderwagen. 90 von ihnen durften sich dann sogar über einen Gewinn freuen, als die gestempelten Flyer gezogen wurden. Saisonkarten fürs Freibad gab es da, Theaterkarten oder Büchergutscheine. Im Gegensatz zum letzten Mal verfallen die Gewinne in diesem Jahr nicht: „Alle Gewinner werden benachrichtigt“, beruhigte Stauber.

In Zukunft soll der Familientag alle zwei Jahre stattfinden – immer im Wechsel mit dem Stadtfest. Eine Themenidee fürs nächste Mal hat Stauber auch schon: Sport und Bewegung.

Kinder überall – beim zweiten Tübinger Familientag war viel los
Schneiderin Anne Walker gewährte den Kindern Zugriff auf den Kostümfundus des LTT – Paul, Emma und Anna freute das besonders. Bilder: Sommer

Kinder überall – beim zweiten Tübinger Familientag war viel los
Wolfgang Abart kennt sich mit der historischen Kunst des Schwertkampfs aus – am Familientag gab er vor dem Stadtmuseum sein Wissen weiter.

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06.07.2014, 12:00 Uhr

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